Medikamente gegen Osteoporose (in alphabetischer Reihenfolge)
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Knochenaufbau fördernde Medikamente
Fluoride: z.B. Ossiplex, Tridin
Parathormon: z.B. Teriparatid (Forsteo), Parathyroidhormon (Preotact)
Knochenabbau bremsende Medikamente
Calcitonin: z.B. Calci, Karil
Bisphosphonat: z.B. Actonel, Alendronat-Hexal, Didronel, Fosamax, Bonviva, Aclasta
Östrogen: z.B. Kliogest, Presomen
SERM = synthetisches Östrogen: z.B. Evista, Optruma
Calcium-Einbau fördernde Medikamente
Alphacalcidol: z.B. EinsAlpha, Bondiol
Calcium: z.B. Calcimagon, Calcium Sandoz, Osspur, Osteostabil
Vitamin D: z.B. Vigantoletten, Dedrei, Dekristol
Knochenaufbau fördernd + Knochenabbau bremsende Medikamente
Strontium-Ranelat: z.B. Protelos
Erläuterungen der Medikamente im einzelnen
Alfacalcidol
z.B. EinsAlpha, Bondiol
Wirkung: intensive Vitamin D - Wirkung
Anwendung: Vitamin D-Mangel, z.B. bei Darmaufnahmestörung.
Nebenwirkungen: Calcium im Blut steigt (Blutkontrollen erforderlich), kein zusätzliches Calcium einnehmen!!
Bisphosphonat
z.B. als Tabletten Alendronat (Fosamax, Alendronat beta, Alendronat Hexal, Alendronat Sandoz, Fosavance enthält zusätzlich Vitamin D), Risedronat (Actonel), Ibandronsäure (Bonviva), Etidronat (Didronel, Didronel Kit).
Ibandronat (Bondronat) alle 3 Monate und Zoledronat (Aclasta) alle 12 Monate als intravenöse Bisphosphonate.
Calcium und Vitamin D sind zusätzlich als Tabletten erforderlich.
links: Querschnittsbild
(Feinschnitt-Computertomographie)
durch das Schienenbein
einer 70-Jährigen Patientin mit
Osteoporose
rechts: Hier das Bild ein Jahr nach Bisphosphonat-
therapie.
(Quelle www.osteoporosezentrum-hamburg.de)
Wirkung: bremst Knochenabbau durch Hemmung der Osteoklasten, so dass der Knochenaufbau überwiegt
Anwendung: Am meisten eingesetzte und bestwirksamste Medikamente gegen Osteoporose. Alendronat und Risedronat sind auch für Männer zugelassen. Alendronat und Risedronat gibt es auch als
Wochentablette, Ibandronsäure als Monatstablette.
Einnahme meist bis 5 Jahre sinnvoll.
Nebenwirkungen:
Alendronat, Risedronat:
Übelkeit, muss nüchtern eingenommen werden, 30 besser 60 Minuten vor dem nächsten Essen, stehend oder aufrecht sitzend.
Vor der Einnahme von Ibandronsäure (Bonviva) 6 Stunden Nüchternheit.
Fragliche Förderung von Durchblutungsstörungen im Kieferknochen (Kieferosteonekrosen).
Ibandronat, Zoledronat
Grippeartige Symptome für mehrere Tage, Fieber, Calciumabfall im Blut, Kopfschmerz, Atemnot, Durchfall. Fraglich Verursachung von Kieferosteonekrosen (Knochenschwund am Kiefer). Vorher intakte Nierenfunktion
abklären!
Fragliche Förderung von Durchblutungsstörungen im Kieferknochen (Kieferosteonekrosen).
Didronel, Didronel Kit
Blutbildveränderungen, Übelkeit, nach jeweils 2-wöchiger Einnahme Einnahmepausen von 10 Wochen. Wirkt nicht nur auf den Knochen, sondern auch auf die Leber. Verordnung nur bei Unverträglichkeit
anderer Medikamente. Die Wirkung ist 20.000-mal schwächer als die neuesten Bisphosphonate.
Calcitonin
z.B. Calcium Sandoz, Ospur Ca, Frubiase Ca, Sandocal, Calcimagon, Osteostabil oder über die Nahrung (Käse-/Milchprodukte)!
Viele Präparate haben sinnvolle Kombination mit Vitamin D (z.B. Calcimagon D3)
Wirkung: bremst Knochenabbau, lindert Knochenbruchschmerz
Anwendung: Bei frischem Wirbelbruch oder wenn andere Medikamente nicht vertragen werden
Nebenwirkungen: Wärmegefühl, vorübergehende Hautrötung, Kribbeln, Übelkeit. Nach 6 Monaten Dauergabe tritt eine Gegenwirkung ein, somit am besten nur über 4 Wochen geben. Erneute Gabe dann nach 5 Monaten wieder sinnvoll.
Calcium
z.B. Calcium Sandoz, Ospur Ca, Frubiase Ca, Sandocal, Calcimagon, Osteostabil oder über die Nahrung (Käse-/Milchprodukte)!
Viele Präparate haben sinnvolle Kombination mit Vitamin D (z.B. Calcimagon D3)
Wirkung: wichtigster Bestandteil des Knochenkristalls (Hydroxylapatit)
Dosis: 1500 mg/Tag
Anwendung: Immer als Ergänzung
Nebenwirkungen: Keine, vielleicht ab 3000mg/Tag Nierensteine keine Blutgefäßverkalkung, kann mit Herzmitteln genommen werden.
Calcium darf auf Kosten der gesetzlichen Versicherungen seit 2004 nur noch bei "manifester" Osteoporose verordnet werden, also nur bei Osteoporose mit bereits eingetreten Knochenbrüchen. Andere Patienten müssen sich Calcium selbst kaufen oder sich sehr calciumreich ernähren.
Fluoride
z.B.: Tridin (= Natriumfluorphosphat), Ossin, Ossiplex retard, Fluoril, Nafril (= Natriumfluoride)
Fluoride sind veraltet, da die neueren Medikamente wirkungsvoller sind. Sie werden nur noch als Reservepräparate erwogen.
Wirkung: Fördert Knochenaufbau (aber in unstrukturierter Form), Trabekel werden dicker Knochenbrüchigkeit kann vermindert werden(Calcium zusätzlich erforderlich).
Dosis: Tridin 2 (3) x 1 enthält Ca
Fluoril 2 x 1 enthält Ca
Ossiplex retard 2 x 1 nach Essen, Calcium später
Ossin 2 x 1 nach Essen, Calcium später.
Anwendung: Nur noch wenn andere Medikamente nicht vertragen werden, da die Senkung der Knochenbruchrate gering ist.
Nebenwirkungen: Unterschenkelschmerz
Übelkeit
nach 3-4 Jahren Gefahr der Fluorose und geringere Wirkung.
Östrogen
z.B. Presomen, Kliogest, Estraderm TTS
Wirkung:
Bremst Knochenabbau
geringere Gelenkbeschwerden
verlangsamt Alterung von Haut und Geschlechtsorganen
gegen Reizblase
gegen Depression
appetitanregend, hierdurch indirekte Gewichtszunahme möglich.
Eine amerikanische und eine englische Östrogenstudie mit sehr vielen Frauen wurde im Sommer 2002 wegen vieler Nebenwirkungen abgebrochen (erhöhtes Auftreten von Herzattacken, Hirnschläge, Brustkrebs). Seit dem raten wir sicherheitshalber nicht mehr grundsätzlich zu Östrogen.
Anwendung: Nach Ausbleiben der Regel. Wechseljahrsbeschwerden.
Kontraindikation: Brust- od. Gebärmuttertumor die Östrogenrezeptor positiv sind Thrombose oder Embolie in der Vorgeschichte.
Parathormon
z.B. Teriparatid (Forsteo), Parathyroidhormon (Preotact)
Muss täglich unter die Haut (subcutan) gespritzt werden. Kühlschranklagerung. Sehr teuer.
Wirkung: SERM wirken gezielter auf den Knochen als natürliches Östrogen. Der Knochenabbau wird also abgebremst. Nach Absetzen besteht meist kein Frakturschutz mehr. Es besteht kein erhöhtes Risiko für Herzattacken, Hirnschläge oder Brustkrebs (siehe Östrogen). Ein Risiko für Brustkrebs und Herz-/Kreislauferkrankungen wird sogar verringert.
Anwendung: Nach Ausbleiben der Regel.
Kontraindikation: Brust- oder Gebärmuttertumor, die Östrogenrezeptor positiv sind. Nicht geben bei Thrombose oder Embolie in der Vorgeschichte.
Wie bei allen Östrogenen, so auch bei Raloxifen, empfehlen wir sicherheitshalber zuvor eine gynäkologische Untersuchung.
Strontium-Ranelat
z.B. Protelos
Hat einen zweifach Wirkmechanismus, indem es einerseits den Knochenabbau bremst du andererseits den Knochenaufbau direkt fördert. Calcium und Vitamin D zusätzlich einnehmen.
Wirkung: Regt Knochenaufbau an und vermindert den Knochenabbau.
Dosis: 1-mal täglich 1 Beutel mit 2g zwei Stunden nach dem Essen mit Wasser einnehmen (nicht mit Milch oder Milchprodukten). Am besten nimmt man den Beutel 2 Stunden nach dem Abendessen und mindestens 1 Stunde vor dem Hinlegen ein. Zusätzliches Calcium und Vitamin D sollten vormittags/mittags eingenommen werden.
Anwendung Frauen nach Ausbleiben der Regel.
Nebenwirkungen: Selten Übelkeit, Durchfall, Bewusstseinsstörungen. Nicht nehmen bei Thrombose oder Embolie in der Vorgeschichte. Unter Therapie mit Strontiumranelat traten in sehr seltenen Fällen schwere Thrombosen und Embolien auf sowie Überempfindlichkeiten mit lebensgefährlichem Verlauf und zentralnervöse Störungen.
Vitamin D
Enthalten in: Fisch, Leber, Lebertran, Geflügel, Rind, Eiern (siehe Tabelle oben).
Medikamente, z.B.: Vigantoletten, Ospur D3, Dekristol, Dedrei.
Wirkung: Calcium-Einbau im Knochen steigt, Calcium-Aufnahme im Darm steigt, Stärkung der Immunabwehr, bessere Muskelkraft. Sonne (UV-Licht) nötig, Calcium nötig.
Dosis: 1000-5000 Einheiten/Tag
Anwendung: Immer sinnvoll, besonders wenn man selten in der Sonne ist oder Sonnenschutzcreme benutzt (reduzierte Vitamin D-Synthese in der Haut bis 97,5% bei Sonnenschutzfaktor 8).
Nebenwirkungen: Überdosis ab 100.000 IE/Tag. Verkalkungen von Niere und Blutgefäßen, Gelenkschmerz, Schwäche.
Ausführliche Erläuterungen zu Vitamin D siehe unter Osteoporose und Ernährung.
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