Sturzprophylaxe

zurück zur Übersicht     vorheriger Artikel     

 

Bei einem Sturz kann man sich leicht einen Knochen brechen. Die meisten Menschen mittleren Alters fallen nach vorn und brechen sich dabei bevorzugt den Unterarm (distale Radiusfraktur). Ab dem 75. Lebensjahr fällt man meist zur Seite mit dem Risiko eines Hüftbruches (Schenkelhalsfraktur) .

Wie kann man Stürze vermeiden?

  1. Training von Muskulatur und Koordination
  2. Kreislauf stabil halten (z.B. korrekte Blutdruckeinstellung) und weitere gefährdende Erkrankungen behandeln lassen (z.B. Schwindel, Blutzuckerschwankungen, Fehlsichtigkeit ...)
  3. Stolperfallen in der Wohnung beseitigen (z.B. Teppichränder mit doppelseitigem Klebeband befestigen). Am Treppengeländer festhalten. Schnürschuhe als Hausschuhe
  4. Scharfes Sehen. Lassen Sie Ihre Augen und Brille kontrollieren.
  5. Nebenwirkungen von Medikamenten. Lesen Sie die Beipackzettel Ihrer Medikamente durch, Hinweis auf Schwindel oder Benommenheit?
  6. Nachts beim Toilettengang Licht einschalten und Brille aufsetzen
  7. Hüftprotektor. Ab dem 75. Lebensjahr bei Osteoporose empfohlen

Einfache Selbsttests zur Einschätzung Ihres Sturzrisikos

Breitband

Ausführung: Breitbeinig stehen.

Auswertung: Wer das nicht 10 Sekunden schafft, ist sturzgefährdet.

Aufsteh-Test (chair-rising-test)

Ausführung: Stehen Sie 5x so schnell wie möglich aus dem Sitzen auf und setzen sich wieder hin. Bitte die Arme dabei auf der Brust verschränken.

Auswertung: Unter 10 Sekunden = keine Gangunsicherheit, Über 10 Sekunden = Gangunsicherheit.

Tandemstand

Ausführung: Stellen Sie sich mit beiden Füßen exakt hintereinander auf einer Linie für 10 Sekunden hin. Hilfestellung beim Einnehmen der Position erlaubt. Armhaltung ist beliebig.

Auswertung: Wer bei 3 von 10 Versuchen 10 Sekunden stehen kann hat keine Gangunsicherheit.

Tandemgang

Ausführung: Seiltänzergang, einen Fuß direkt vor den anderen aufsetzen, Armhaltung beliebig.

Auswertung: Wer mindestens 8 solcher Schritte schafft hat keine Gangunsicherheit.

Auftseh-Geh-Test (timed up & go-Test)

Ausführung: Stehen Sie aus einem Stuhl mit Armlehen auf, gehen Sie 3 Meter, drehen Sie sich um und setzen sich wieder genau so hin. Üblicherweise im Alltag benutze Gehhilfen dürfen benutz werden.

Auswertung: Unter 10 Sekunden gut, 10 – 29 Sekunden ausreichend, über 30 Sekunden bedeutet erhöhte Sturzgefahr.

Analyse der Sturzgefahr mittels Fragebogen

Wie erkenne ich Gehstörungen mit Sturzgefahr? (Nach M. Runge)

Diagnostik von Gehstörungen mit Sturzgefahr. (Nach M. E. Tinetti und M.Runge)

Selbsttest zur Sturzgefahr (vom Kuratorium Knochengesundheit und der Gerontologie Albertinen-Haus Hamburg)

KubststoffschalenKunststoffschalen werden in einer Hose oder einem Gürtel seitlich über den Hüften als "Stoßdämpfer" getragen. Hierdurch wird das Risiko eines Hüftbruches etwa halbiert!

Kosten: € 20,- bis 90,-, die leider von den gesetzlichen Versicherungen die nicht übernommen werden.

Mit freundlicher Genehmigung von www.roelkepharm.de

zurück zur Übersicht     vorheriger Artikel