Risikofaktoren, die Sie ändern können

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Calciummangel

Wenn Sie nicht genügend Calcium (Milchprodukte) essen, wird Ihr Körper sich das Calcium aus dem Knochen holen und damit den Knochen schwächen.

Calcium ist wichtig um das Risiko einer Osteoporoseerkrankung zu verhindern, genauso wichtig wie Lebensmittel mit geringen Phosphatgehalten (siehe Calciumtabelle).

Vitamin D-Mangel

Bei 80% bis 100% der europäischen Altenheimbewohner wird eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung beobachtet. Ursache sind geringe Zufuhr durch die Nahrung und oft mangelnde Sonneneinstrahlung, die täglich mindestens 30 Minuten auf Gesicht und Hände betragen sollte. Das UV-Licht aktiviert in der Haut die Vorstufe des Vitamin D zur knochenwirksamen Form. Bei Benutzung von Sonnenschutzcreme wird weniger Vitamin D aktiviert (nur zu 3% bei Sonnenschutzfaktor 8).

Vitamin D kann mit der Nahrung (Fischöle, s.u.) oder in Tablettenform aufgenommen werden.Die Höhe des Vitamin D-Blutspiegels schätzen 5 von 6 Experten auf 75 nmol/l ein. Erst ab diesem Wert sinken das Knochenbruchrisiko und das Sturzrisiko (laut DVO 4/2010). Die optimale Vitamin D-Höhe wird mit 100 – 250 nmol/l für den Sommer angegeben, im Winter sind die Werte etwas niedriger.

Bei niedrigen Vitamin D-Spiegeln im Blut kommt es auch zu Erschöpfung, Muskelkrämpfen und Muskelschmerzen kommen. Die nachfolgende Graphik zeigt, dass bei höherem Vitamin D-Spiegel die Geschwindigkeit der Bewegungen zu nimmt, d.h., dass das Sturzrisiko abnimmt.

erhöhter Vitamin D Spiegel

Östrogenmangel nach Wechseljahren oder nach operativer Entfernung der Eierstöcke

Wenn Frauen nach den Wechseljahren Östrogen einnehmen ist das Osteoporoserisiko geringer. Hier muss einiges bedacht werden, was Sie mit Ihrem Gynäkologen besprechen sollten.

Körperliche Inaktivität

Bewegung fördert unter anderem den Stoffwechsel des Knochens. Wer viel sitzt und liegt bekommt leichter Osteoporose.

Viel Alkohol und Zigaretten

Übermäßige Eiweißzufuhr (s.u.) und überhöhte Zufuhr von Salz und Phosphaten fördern Osteoporose, da hierdurch die Calciumaufnahme im Darm schlechter, bzw. die Calciumausscheidung über die Niere gefördert wird und die körperliche Aktivität abnimmt. Kaffee erhöht das Osteoporoserisiko nicht! Dies konnte eine 14-jährige schwedische Studie an 61.000 Frauen nachweisen (im Rahmen der Swedish Mammography Cohort)

Bestimmte Krankheiten fördern unbehandelt Osteoporose

  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) und evtl. auch Schilddrüsenunterfunktion
  • Überfunktion der Nebenschilddrüse (Hyperparathyreoidismus)
  • Darmaufnahmestörung
    z.B. bei Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, nach OP mit Teilentfernung des Darms
  • Schwere Nierenerkrankungen und Lebererkrankungen
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Chronische Polyarthritis und andere entzündliche rheumatische Krankheiten
  • Bei Männern: zu geringes männliches Geschlechtshormon und zu geringes weibliches Geschlechtshormon. Ja, auch Männer bilden Östrogen! Wenn dieses fehlt scheint das Osteoporoserisiko erhöht. Hier ist die Forschung noch am Anfang. Auf Wunsch können wir über ein Speziallabor eine Hormonanalyse bei Männern aus Venenblut durchführen (siehe 7.), wobei die Kosten von gesetzlichen Krankenkassen leider nicht übernommen werden.

Medikamente, die Osteoporose fördern

  • Cortison, ab täglicher Gabe von 2,5 mg Hydrocortison über einen Zeitraum von mindestens 3-6 Monaten
  • Antiepileptica (gegen Anfallsleiden), besonders Oxacarbamazepin, Clonazepam, Phenobarbital, Valproinsäure
  • Chemotherapie (= Antikrebsmedikamente), insbesondere Aromatasehemmer (z.B. Aromasin, Arimidex, Femara)
  • Zu viel Schilddrüsenhormone. Besonders beo L-Thyroxin-Gabe bei TSH-Werten unter 0,3 mU/l. Bei TSH unter 0,1 mU/l dreifach erhöhtes Frakturrisiko.
  • Heparin als Langzeitgabe zumindest bei unfraktioniertem Heparin
  • Marcumar
  • Sulfonylharnstiffe sowie Glitazone (z.B. Avandia, Actos), also orale Antidiabetika
  • Benzodiazepine indirekt durch mögliche Gangunsicherheit mit erhöhtem Sturzrisiko

Östrogenmangel bei Männern

Östrogen ist zwar ein weibliches Geschlechtshormon, aber auch Männer haben es. Ebenso wie Frauen auch männliches Geschlechtshormon (Androgen) bilden.

Östrogenmangel bei Männern führt zum "Klimakterium virile" mit folgenden möglichen Symptomen:

  • Osteoporose
  • Gelenkbeschwerden
  • Gedächtnisstörungen
  • Depression
  • Hitzewallungen
  • Potenzstörungen
  • Schlafstörungen
  • Haarausfall

Ein Gynäkologe aus Altenholz bei Kiel beschäftigt sich intensiv mit diesem Thema. Auf seinen Internetseiten www.Dr.Rimkus.ike.de finden Sie einen entsprechenden Test und weitere Informationen.

Die Verordnung von Östrogen bei Männern wird unterschiedlich beurteilt. Männer können aus dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron das Östrogen bilden, danach wäre ein Östrogenmangel nur bei gleichzeitigem Testosteronmangel denkbar.

Im Deutschen Ärzteblatt Heft 9 vom 27.02.04 (www.aerzteblatt.de) ist zu lesen: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann von einer Östrogentherapie bei Männern nur eindringlich abgeraten werden. Die klinischen Studien dokumentieren, dass (zu) hohe Dosen an Östrogenen bei Männern die Mortalität nicht senken sondern erhöhen."

Gute Informationen über die Wechseljahre des Mannes (mit Selbsttest) finden Sie auch unter: www.androx.com sowie www.hormontief.de.

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