Dupuytrensche Kontraktur (Morbus Dupuytren)

Tritt bei 1-2% der Bevölkerung mit starker Bevorzugung des männlichen Geschlechts überwiegend um die 5. Lebensdekade auf. Sie ist bei Handarbeitern seltener als bei Personen, die nicht manuell arbeiten. Die Ursache ist immer noch unbekannt. Zahlreiche Beispiele belegen, dass ein Erbfaktor eine Rolle spielt. Gehäuft tritt sie mit Gicht, rheumatischen und arthrotischen Erkrankungen, Arteriosklerose und Diabetes mellitus auf. Ein Zusammenhang zwischen Arbeitsunfall und dem Auftreten der Erkrankung wird heute verneint.

 

Klinik und Diagnose

Die Beschwerden sind nicht ausgeprägt manchmal bestehen in einem dumpfen Schmerz, Taubheitsgefühl oder Kribbeln. Die Entwicklung kann in raschen Schüben oder langsam erfolgen. Eine sichere Prognose des Verlaufes ist nicht möglich. Viele Patienten klagen über Behinderungen der kontrakten Finger z.B. an Türklinken und beim Händegeben.

 

Meist beginnt die Erkrankung am Ring- und Kleinfinger mit narbiger Einziehung der Haut und beginnender Beugestellung des Fingers. Unter der Haut der Hohlhand tastet man einen verdickten derben Strang.

 

Zunehmender Verlauf der Dupuytrenschen KontrakturZunehmender Verlauf der Dupuytrenschen KontrakturZunehmender Verlauf der Dupuytrenschen KontrakturZunehmender Verlauf der Dupuytrenschen Kontraktur
Zunehmender Verlauf der Dupuytrenschen Kontraktur
(Aus J. Geldmacher: Die Eingriffe bei der Dupuytrenschen Kontraktur)

 

Therapie

Alle nicht operativen Verfahren sind erfolglos. Der ideale Zeitpunkt zur OP ist die beginnende Beugestellung eines Fingers oder die zunehmende Ausdehnung des narbigen Prozesses in der Hohlhand, d.h. "wenn die Hände nicht mehr zum Gebet gefaltet werden können".

 

Die Operation sollte durchgeführt werden, bevor die Haut Defekte bekommt und noch keine stärkere Fingerbeugung bestehen. Ansonsten bleibt langfristig nur die Amputation der betroffenen Finger, wenn diese durch ihre Stellung stören. Bei der OP werden die narbigen Stränge entfernt und ggf. die Haut durch eine besondere Schnittführung gestreckt.

 

Behandlung nach OP

Der erste Verbandswechsel erfolgt nach ca. ein bis zwei Tagen. Eine Ruhigstellung durch Gipsverband wird teilweise durchgeführt. Bewegungen in den Mittel- und Endgelenken der Finger sind von Anfang an gestattet und erwünscht und sollten nach einer Woche intensiviert werden. Die Faden werden frühestens nach 12 bis 14 Tagen entfernt. Die Hand soll zwischenzeitlich bewegt aber nicht belastet werden. Belasten Sie die Hand zu früh wird sie schwellen und schmerzen.

 

Die operierte Hand sollte schrittweise über Wochen wieder an die normale alltägliche Belastung herangeführt werden. Empfehlenswert ist auch die operierte Hand in den ersten Monaten mehrmals täglich mit einer fetthaltigen Creme einzureiben. Bei komplikationslosem Verlauf kann nach vier bis sechs Wochen die volle Funktion der Hand erreicht werden.

 

(�überwiegend aus www.dr-littich.de mit freundlicher Genehmigung)

 

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