Außenknöchelbänderriss des oberen Sprunggelenks

Der Riss der Außenknöchelbänder am oberen Sprunggelenk ist die häufigste Bandverletzung aller Gelenke.

 

Anatomie des Sprunggelenks

 

Anatomie: Man unterscheidet ein oberes und ein unteres Sprunggelenk. Währen im oberen Sprunggelenk der Fuß gebeugt und gestreckt wird, erfolgt im unteren Sprunggelenk die seitliche Umwendbewegung. Das Ligamentum fibulotalare anterius ist das wichtigste Band und reißt in der Regel als erstes.

 

Untersuchung

Wenn zumindest eines der drei Außenknöchelbänder gerissen ist, wird die Außenknöchelregion dick und ein Bluterguss wird in den folgen Tagen sichtbar, der die gesamte außenseitige Hälfte des Fußes blau verfärben kann. Besonders die Stelle vor der Außenknöchelspitze ist druckschmerzhaft. Bei Stabilitätsprüfung vergleicht man mit dem gesunden Sprunggelenk der Gegenseite und findet eine sogen. vordere Schublade und seitlich vermehrte Aufklappbarkeit.

 

Sonographische Untersuchung (Ultraschall):

 

Hier sieht man zerrissnen Bänder und einen Gelenkerguss.

 

Röntgen

Zuerst machen wir ggf. eine Röntgenaufnahme von vorne und von der Seite, um einen Bruch auszuschließen. Früher machte man gehaltenen Aufnahmen zum Nachweis einer Instabilität. Hier wurde per Hand oder mit einem Gerät das Gelenk seitlich aufgeklappt. Diese Untersuchung ist heute überflüssig.

 

Außenknöchelbänderriss
Außenknöchelbänderriss des linken oberen Sprunggelenkes.
Links zwei gehaltene Aufnahmen vor Behandlungsbeginn mit deutlicher außenseitiger Aufklappung des Gelenkes.
Rechts zwei Bilder zur Kontrolle nach drei Monaten; das Gelenk lässt sich nicht mehr aufklappen.

 

Behandlung

Leichte Verstauchungen werden mit elastischer Verband, entzündungshemmenden Mitteln und kurzer Sportpause behandelt.

 

Ist das obere Sprunggelenk deutlich aufklappbar und im Ultraschall ist ein Bänderriss zu sehen, dann ist die momentane allgemeine Empfehlung die Behandelung mit einer abnehmbaren Orthesen (siehe Abb.). Nur in Ausnahmefällen besteht eine OP-Indikation, z.B. bei einem großen knöchernen Bandausriss.

 

Stabilisierungsschiene

 

Die Stabilisierungsschiene wird sechs Wochen möglichst über einer Socke getragen. Für eine optimale Stabilisierung ist es wichtig, die Orthese tagsüber mit einem Schnürschuh zu tragen. Nachts muss die Orthese ebenfalls konsequent getragen werden. So wird praktisch immer eine gute Ausheilung mit voller Stabilität erreicht.

 

Eine neue Behandlungsmethode steht mit dem FDM (Fasziendistorionsmodell, siehe: Orthopathie) zur Verfügung. Durch Faszien- und Druckpunktbehandlung kann Schmerzfreiheit in wenigen Tagen erreicht werden. Trotz gerissener Bänder wir das Gelenk rasch stabil, so dass keine Schiene getragen werden muss.

 

Bitte keine Gipsruhigstellung.

 

(teils in Anlehnung an www.dr-littich.de, mit freundlicher Genehmigung)

 

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