8.3 Exkurs: Buddhismus

Übersicht     zurück     

Eine kleine Einführung

Der Buddhismus wurde ca. 500 v.Chr. begründet durch Siddhartha Gautama, der als Prinz einer reichen Adelsfamilie in Indien isoliert aufwuchs. Erst im Erwachsenenalter verließ er den Palast und sah Krankheit, Altern und Tod, erkannte die Leiden der Menschen und beschäftigte sich als Asket mit indischer Philosophie und Religion. Später gab er seine Erkenntnisse als Unterweisungen an andere weiter.

Der Buddhismus ist mehr eine Philosophie und weniger eine Religion, da keine Beziehung zu einem transzendenten Gott angestrebt wird, sondern eine introvertierte Spiritualität.
Den Buddhismus kann man auffassen als eine Wissenschaft des Geistes. Durch strukturiertes logisches Vorgehen wird der Geist geschult, um dauerhaftes Glück zu erfahren und frei von Leid zu sein. Die geistige Schulung erfolgt durch Unterweisung eines Lehrers, Meditation und Übung/Umsetzung im täglichen Leben unter eigener Beobachtung. Mittels vernünftiger Gedanken wird so der Geist ethisch immer weiter verbessert. Am Ende dieses Prozesses kann jeder zu einem Buddha werden. Eine erste Stufe der Schulung beschäftigt sich mit den sogen. vier edlen Wahrheiten. Leid wird hier erkannt, mit vernünftigen Argumenten durchdacht und dauerhaft überwunden, so dass man kein Leid mehr erfährt und der Weg zu dauerhaftem Glück frei ist.

Die 4 edlen Wahrheiten

  Buddhismus: Zur Veranschaulichung eine Parallele aus der Medizin:
1 Wahrheit des Leids, insbesondere Geburt, Krankheit, Tod Diagnose
2 Entstehung des Leids Ursache der Krankheit
3 Beendigung des Leids Hoffnung auf Heilung
4 Weg zur Beendigung des Leids Therapie

Das Wort Therapie kommt übrigens aus dem Buddhistischen. Thera = Mönch

Eine zentrale Rolle spielt also zunächst das Leid. Ursprung von Leid sind negative Emotionen. Der Ausgangspunkt negativer Emotionen ist die sog. "Unwissenheit". Dies ist eine Unwissenheit darüber wie wir selbst und die Phänomene tatsächlich existieren. Durch die nicht der Realität entsprechenden Auffassungen, die ich von mir selbst, den anderen und den Phänomenen habe, die uns umgeben, schreiben wir diesen Dingen Eigenschaften zu, die sie in Wirklichkeit so nicht haben. Dinge oder Personen, die wir als attraktiv auffassen oder die uns nützen, begehren wir (Gier, Begierde, Anhaften) und Dinge, die uns unattraktiv erscheinen oder uns schaden, lehnen wir ab (Hass, Ärger, Wut). Diese beiden positiv und negativ ausgerichteten Gefühle und die zugrunde liegende Unwissenheit sind die drei Faktoren, die zu Fehlinterpretationen führen wie Neid, Eifersucht, Stolz usw.

Sie sind ein "innerer Feind", der immer da ist und immer schadet. Durch Logik, Intelligenz und geistige Schulung kann dieser innere Feind besiegt werden. Z.B. durch Hass auf einen Einbrecher bekommen wir starke negative Emotionen. Unser Hass richtet sich gegen diese Person und wir projizieren negative Eigenschaften auf ihn, die wir für objektive Wirklichkeit halten. In Wirklichkeit hassen wir aber gar nicht den Menschen, sondern seine Tat. Wenn wir seine Motive und die genaueren Umstände kennen lernen, werden wir vielleicht sogar Verständnis für seine Tat bekommen. Wir sehen dabei, dass es gar keine objektive Wirklichkeit gibt. Erfahrungen sind subjektiv und relativ. Somit gibt es auch für negative Emotionen keine gültige Grundlage. Negative Emotionen sind somit unvernünftig.

Wenn wir dies tief erkennen, dann haben wir negative Emotionen überwunden. Wenn wir von einer freundlichen Atmosphäre umgeben sein wollen, müssen wir selbst die Grundlage dafür schaffen. Wie die anderen darauf reagieren, ist zweitrangig. Gegenüber anderen unfreundlich zu sein und zu erwarten, dass sie freundlich zu uns sind, ist unlogisch.

Einige buddhistische Grundprinzipien:

  • Gewaltlosigkeit
  • Es können keine Dinge aus dem Nichts entstehen
  • Es gibt keinen Schöpfergott
  • Alle Dinge entstehen in Abhängigkeit vorangegangener Dinge
  • Alles ist kausal begründet
  • Es gibt keinen Anfang und kein Ende, sondern endloses Kontinuum, da alles eine Ursache haben muss
  • Erbarmen und Mitgefühl mit dem Ziel des Altruismus
  • Bedürfnisse anderer sind genau so wichtig wie meine eigenen Bedürfnisse
  • Anderen von Nutzen sein
  • Mitgefühl ist die Grundlage für menschliches Glück
  • Alle haben das Recht auf Glück
  • Zuneigung ist die bestimmende Kraft im Menschen
  • Sich selbst zu lieben ist wichtig
  • Wiedergeburt. Menschen und Tiere werden wiedergeboren (= Reinkarnation)
  • Nirwana: Wer sehr häufig reinkarnierte und seinen Geist vervollkommnet hat und alles Negative in sich ausgelöscht hat, erreicht einen allwissenden dauerhaften glücklichen Zustand, das sogen. Nirwana. Hier endet der Zyklus der Wiedergeburt.
Buddha

www.wikipedia.org

Ähnlich den 10 Geboten gibt es die zehn unheilsamen Handlungen, die vermieden werden sollen:

  1. Töten
  2. Stehlen
  3. sexuelle Verfehlungen
  4. Lüge
  5. Zwietracht-Säen
  6. verletzende Rede
  7. sinnloses Geschwätz
  8. Habgier
  9. Übelwollen
  10. falsche Ansichten

Ein wichtiger Begriff ist die sogen. Leerheit. Leerheit meint, dass alle Dinge keine eigenständige individuelle Identität haben, sie existieren nicht aus sich selbst heraus. Es meint nicht: leer im Sinne von: nichts beinhaltend. Leerheit meint, dass es keine Phänomene gibt, die beständig, teilelos und unabhängig existieren.

Nehmen wir als Beispiel einen Tisch. Wir halten unseren Esstisch für einen eigenständigen Gegenstand, der uns schon immer als Tisch diente und dienen wird. Tatsache ist jedoch, dass er aus Holz von Bäumen besteht, die bearbeitet wurden zu einer Platte und Füßen. Metallteile aus geformten Eisenerzen verstärken die Konstruktion, gestrichen ist er mit einer Lasur. Alles besteht aus Atomen, die vorher in anderer Zusammensetzung einen anderen Gegenstand oder Lebewesen bildeten und nach Verrottung des Tisches wieder in anderen Gegenständen oder Lebewesen auftauchen werden. (In der Bibel finden wir ähnliche Ansätze: Aus Erde bist du, zu Erde wirst du.). Unser Esstisch ist nur ein vorübergehendes Phänomen - nach westlicher Interpretation eine Kombination aus Atomen, die vorher und nachher zu einer anderen Identität gehören mit wechselnden Bedeutungen. Er existiert also nicht aus sich selbst heraus, er ist "leer" und er ist untrennbar von allem anderen.

Ein weiterer Aspekt hinzu: Der Tisch beinhaltet nicht nur Materie. Er wurde von einem Konstrukteur erdacht, von einem Tischler gefertigt, mit einem Patent eines Metallarbeiters verstärkt, von einem Manager vermarktet ….. Er enthält also auch geistiges Potenzial! Geist und Materie sind in ihm vereint. Bei komplexeren Konstrukten wird dies noch deutlicher und am deutlichsten im Menschen selbst.

Laotse versteht unter "Leere” auch nicht ein bedeutungsloses Nichts, und erklärt mit einer Metapher
(Laotse: Tao te king, Kap. 11, Übers. Walter Jarven, 5. Aufl. 1981):

Dreißig Speichen treffen die Nabe /
Die Leere dazwischen macht das Rad.
Lehm formt der Töpfer zu Gefäßen /
Das Leere darinnen macht das Gefäß.
Fenster und Türen bricht man in Mauern /
Die Leere damitten macht die Behausung.
Das Sichtbare bildet die Form eines Werkes.
Das Nicht-Sichtbare macht seinen Wert aus.

Aus heutiger Sicht kann man ergänzen:
Unsere elementaren Bausteine bestehen aus sehr kleinen Protonen, Elektronen und Neutronen.
Die Leere dazwischen macht das Atom.

Es wird also nur das materiell Sichtbare beschrieben, eine Form, etwas Leeres. Das Wesentliche sind Inhalt und Bedeutung und die sind unsichtbar.

Mit einer Metapher nach Hans-Peter Dürr:
Welche Farbe hat ein Kreis?
Male einen blauen Kreis auf einem Papier. Die Farbe kommt vom Stift, nicht vom Kreis. Sie ist etwas, was man hinzufügt. Dass man den Kreis überhaupt sehen kann, liegt daran, dass der Stift nicht unendlich spitz ist. Wäre er so dünn, könnte man den Kreis nicht sehen. Sowohl die Dicke des Striches, als auch die Farbe haben nichts mit dem Kreis selbst zu tun. Der Kreis ist das, was noch da ist, wenn man sich Farbe und Strichdicke wegdenkt. Dann ist nichts mehr da. Das ist die Leere.

Mit solchen Begriffen, wie der Leerheit beschäftigt man sich intensiv, bevorzugt in Form der Meditation. Immer wieder setzt man sich so mit den Problemen des Lebens auseinander und erlangt geistige Reife und geistige Ruhe. Dinge werden logisch zu Ende gedacht und man erhält ein vernünftiges Verständnis. Rationale Erkenntnisse werden zu selbstverständlichen Eigenschaften, quasi vom Kopf ins Herz gelenkt.

Im Laufe des Lebens sammelt jeder Karma ( = Tat = ein ursächlicher Prozess eines Handelnden). Gutes und schlechtes Karma nehmen wir in nächste Leben mit. Haben wir viel negatives Karma gesammelt, dann werden wir in einem zukünftigen Leben Leid erfahren. Je mehr positives Karma wir sammeln, desto näher kommen wir der Erleuchtung und dann ins Nirwana.

Unsere heutigen Erfahrungen sind Resultate früherer Handlungen und eine Intension für die Zukunft. Zukünftige Umstände sind von unseren heutigen Handlungen abhängig. Eine befriedigende Handlung besteht aus:

  • starker Motivation
  • Ausführung nach besten Kräften
  • Freude und Zufriedenheit über die Ausführung mit Nutzen für alle (Altruismus).

Negative Handlungen wie Töten, Stehlen, Lügen, entzweiende Rede, sinnloses Geschwätz …. gilt es zu vermeiden. Dann möglichst:

  • Motivation schwach
  • keine Freude, sondern Reue
  • keine starken Emotionen
  • sofort bereinigen.

Ethisches Ziel ist Altruismus (= Erfüllung der Bedürfnisse aller. Selbstverzicht zum Wohle aller. Gegenteil von Egoismus). Stelle Dir einen Raum mit einem Freund, Feind und neutraler Person vor. Zum Freund wirst Du eine enge Beziehung haben, zum Feind vielleicht Abneigung und Hass. Der Freund von heute kann jedoch schon morgen zum Feind werden oder war es in einem früheren Leben. Es gibt also langfristig keinen Sinn, unsere Gefühle zu einer Person als dauerhaft konstant an zu sehen, es besteht ein stetiger Wandel. Ein weiterer Aspekt ist die Überlegung, wer ist wichtiger, ich selbst oder die anderen? Die anderen sind sehr viele, ich selbst bin nur eine Person und alle haben das gleiche Recht auf Glück. Wenn nun den anderen auch nur ein kleines Leid widerfährt, dann ist das Ausmaß unendlich, wenn dagegen mir etwas zustößt, ist es auf eine einzige Person begrenzt. Man selbst ist nicht mehr so wichtig. Der Dalai Lama (übersetzt: Ozean der Weisheit) praktiziert selbst zur Erzeugung von Altruismus folgende Meditation: Stelle Dir einen Raum vor, in dem auf der einen Seite Dein altes selbstsüchtiges Ich steht und auf der anderen Seite eine Gruppe hilfsbedürftiger Menschen. Du selbst bist eine neutrale dritte Person in der Mitte des Raumes. Dann beurteile, wer ist wichtiger, das selbstsüchtige, egoistische Ich oder die armen hilfsbedürftigen Personen?

Auffassungen wie "wir" und "sie" sind veraltet. In unserer Welt hängt alles zusammen. Würden unsere Interessen unabhängig von denen anderer existieren, dann wäre es möglich, von einem echten Sieger und einem echten Verlierer zu sprechen. Aber da wir alle voneinander abhängig sind, sind die Interessen der anderen eng mit unseren eigenen verknüpft. Wir müssen teilen und jeder muss etwas aufgeben, sonst gibt es keine Versöhnung (Versöhnung ist nicht gleich zusetzen mit Vergessen, aber mit Vergeben).

Es gibt kein Ich. Es gibt kein Du. Ich ist Du, ist Stein, ist Fluss, ist Tier. Es gibt nur eine Seele - die der ganzen Welt.

"Die Quelle ist nicht vom Meer verschieden, der Fluss nicht von den Wolken. Die Wolke ist verdampftes Meer, der Fluss ist niedergegangene Wolke. Alles fließt. Solange man aber an den Kreislauf glaubt, an ein ICH, an ein DU, so lange existiert dieses ICH und so lange wird es wiedergeboren. Die Art der Existenz wird vom Bewusstsein bestimmt. Wiedergeburt und irdisches Leben sind die Folge unbewussten Seins. Nirwana hingegen ist erleuchtetes Sein und erlöschendes zugleich, weil Erlösung von der Wiedergeburt mit dem nächsten - – endgültigen - – Tod bevorsteht. Nirwana heißt übersetzt: Auslöschen, Ausblasen. Es erlöscht die Flamme des ICHs, der Begierde (Ruhm, Reichtum, Liebe), des Leids. Der Kreislauf zerfällt. Buddha: ""Es gibt, ihr Jünger, ein Gebiet, wo weder Erde ist noch Wasser, noch Feuer, noch Wind, weder diese Welt noch jene Welt, weder Sonne noch Mond. Dies eben ist das Ende des Lebens."
(mare No 37, 2003)

Der amtierende 14. Dalai Lama hat angedeutet, sich vielleicht nicht mehr zu reinkarnieren. "Om mani padme hum“ lautet das wichtigste Mantra der Tibeter. Om = Juwel, hum = Lotos. Der Lotos ist eine Pflanze, die nur dem Schlamm entsprießt. Schlamm ist der Dreck des Lebens, Lotos die Blüte der Erkenntnis.

Mein derzeitiges Fazit zum Buddhismus.

Was hilft mir?

  • Die Denkstruktur ist mir vertraut, da gründlich, logisch und wissenschaftlich vorgegangen wird, wie ich Denken erlernt habe.
  • Neben dem logischen Denken gibt es auch eine spirituelle, mystische Ebene aus einer über 2500 Jahre alten Erfahrung indischer Philosophie. Hier hat die westliche Welt Defizite auch durch unsere naturwissenschaftliche Orientierung von Newton bis zum Beginn der Quantenphysik verloren. Immer mehr Menschen spüren jedoch dieses Defizit, das unsere Religionen nicht füllen konnten.
  • Der Buddhismus beweist seit sehr vielen Jahren, dass unser Denken durch Schulung positiv beeinflusst werden kann. Die Neurowissenschaften haben dies erst in den letzten Jahren experimentell beweisen können.
  • Vieles hilft mir zu einem besseren Verständnis der Welt, des Universums und mir selbst.

Was stört mich?

  • Es gibt im Buddhismus keinen Gott im Sinne eines Schöpfergottes.
  • Altruismus mit dauerhaftem Glück für alle ist ein sehr erstrebenswertes Ziel, das jeder sofort bejahen kann. Gemeint ist hier ein Glück, was eine neue Dimension darstellt, ein alles umfassendes Glück. Ein Glück ohne Leidenschaften, da hier, wie das Wort schon sagt, Leiden geschaffen wird. Unter Befreiung wird der Sieg über die eigenen Emotionen verstanden. Dieses raubt mir aber Gefühle, die mich als Mensch ausmachen und auf die ich nicht verzichten möchte. Der Buddhist will Leiden vermeiden z.B. in Beziehungen, da diese letztendlich immer zu leidvoller Trennung führen (spätestens durch Tod) oder jeder Aufstieg soll vermieden werden, wenn man Anhaftungen nicht loslassen kann. Ausgelassene Freude und traurige Erfahrungen entfallen. So werden alle Gefühle nivelliert, um diese umfassende Glückseligkeit zu erreichen. Ein Ziel zu einem Zustand, der zwar ausschließlich positiv sein soll, den ich jedoch aus meiner heutigen Sicht gar nicht einschätzen kann. Es ist somit auch ein ungewisses Ziel mit einem sehr einsamen introvertierten Weg, der ohne Mitmenschen auskommen kann. Ich möchte zumindest meine positiv erlebenden Leidenschaften behalten, auch wenn dies Tiefs impliziert.
  • Die geistige Entwicklung erfolgt über sehr viele genau vorgeschriebene und komplizierte Entwicklungsstufen. Verwirrend sind die vielen unterschiedlichen buddhistischen Richtungen mit ihren verschiedenen Vorgehensweisen. Ein vollständiges Praktizieren ist nur über viele Jahre als Mönch bzw. Nonne möglich und über mehr als 1000 Reinkarnationen.
  • Es wird viel Wert auf die Gleichberechtigung aller Lebewesen gelegt, Frauen sind aber in der eigenen religiösen Hierarchie deutlich benachteiligt.
  • Eine mögliche Wiedergeburt als Tier ist für mich schwer vorstellbar.
  • Angestrebt wird das Nirwana. Eine Ansammlung von Geisteswesen, die dauerhaft glückselig sind, also alle zu Buddhas geworden sind. Sie kennen nur noch konstantes Glücksgefühl ohne Schwankungen und unabhängig von anderen Wesen. Einen solchen Zustand stelle ich mir langweilig vor .... und er kann nie endend sein. Hier finden wir fast nichts mehr von dem, was unser irdisches Leben bunt und abwechslungsreich macht. Kann das unsere Natur sein?

Aus meiner Sicht stellt sich der Sinn des Lebens im Buddhismus folgendermaßen dar. Unser irdisches Leben dient der Vorbereitung auf das Nirwana. Dieses Ziel erreicht man nur durch sehr disziplinierte und sehr eng vorgeschriebene geistige Schulungen mit sehr hohem täglichen Zeitaufwand über viele hunderte Wiedergeburten. Irdisches Leben ist weitgehend reduziert auf eine Vorbereitung für ein nächstes irdisches Leben mit immer mehr geistiger Perfektion bis zum Erreichen des Nirwana.

Der Dalai Lama vertritt glücklicherweise eine abweichende Einstellung: "Das Wichtigste ist ein friedfertiger Geist. Offensichtlich sind Wut, Hass, Angst und Neid keine hilfreichen Mittel, um geistigen Frieden zu entwickeln. Liebe, Mitgefühl und Zuneigung sind die Grundlage für einen friedlichen Geisteszustand. Aber die Frage ist, wie kann man diesen Zustand fördern? Mein Ansatz, der nicht derselbe ist wie in der buddhistischen Tradition, nenne ich ,`säkulare Ethik` . Es geht dabei nicht um das himmlische Paradies, um das Nirwana oder die Buddhaschaft, sondern nur darum, in dieser Welt ein glückliches Leben zu führen, unabhängig davon, ob es ein Weiterleben nach dem Tod gibt oder nicht. Das spielt dabei keine Rolle. Das muss jeder Einzelne für sich selbst herausfinden."
(Mind and Life-Konferenz 2004)

Anregungen aus "Die vier edlen Wahrheiten" Dalai Lama, " "Buddhismus" Lama Karta, "Die Lehre des Buddha vom abhängigen Entstehen“ Dalai Lama, "Samatha,: Die Entfaltung Geistiger Ruhe“ Geshe Thubten Ngawang, Semkye Ling, Mind and Life-Konferenzen in Dharamsala , Dr. Wolfgang Trescher.

Übersicht     zurück