8.2 Weltethos

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Erde

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aus weltethos.org

Definitionen und einzelne Religionen spielen für mich keine entscheidende Rolle. Wir brauchen eine ganzheitliche Betrachtung der Welt, des Universums, von uns, eben von allem. Eine Welt nicht nur mit naturwissenschaftlichen Beweisen und wirtschaftlichen Zahlen, die heute unseren Alltag prägen. Wir brauchen ein stimmiges Weltbild innerer Erfüllung. Eine geistige Zufriedenheit in Harmonie mit allem. Das können wir in uns und mithilfe der Religionen finden. Ein Weltethos über allen Religionen ist ein wichtiges Ziel. Seit Tausenden Jahren bekämpfen wir uns mit Berufung auf unterschiedliche Religionen, indem immer nach Unterschieden gegenüber den anderen gesucht wird. Tatsache ist jedoch, dass alle Religionen viel Gemeinsames haben. Wir müssen das Gemeinsame sehen. Die Politik darf Religionen nicht zur Rechtfertigung ihrer Machtansprüche missbrauchen. Wir brauchen ein Weltethos unabhängig von Religion, Politik oder Kultur. Ein Projekt Weltethos hat der deutsche Katholik Hans Küng initiiert. Es wird von der Öffentlichkeit aber kaum wahrgenommen und von anderen Religionen skeptisch beurteilt. Alle haben Angst etwas abgeben zu müssen, wollen Macht und Besitzstand wahren und nicht die Gemeinsamkeiten sehen. Ehrlichkeit und Transparenz sind die Schlüssel für alle Beziehungen, so auch für eine spirituelle Weltgemeinschaft.

Grundsätze der Weltethosdeklaration des Parlamentes der Weltreligionen 1993 in Chicago:

  • Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen
  • Kein Frieden unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen
  • Kein Dialog zwischen den Religionen und Kulturen ohne globale ethische Maßstäbe
  • Kein Überleben unseres Globus ohne ein globales Ethos, ein Weltethos
  • Kein globales Ethos ohne Bewusstseinswandel von Religiösen und Nicht-Religiösen

Die Goldene Regel

Ein wichtiges Beispiel für die Gemeinsamkeiten in den Religionen ist das Prinzip der Goldenen Regel aus der Bergpredigt von Jesus. Alle Kulturen und Religionen kennen dieses Prinzip der Gegenseitigkeit. In Form eines deutschen Sprichworts formuliert lautet es: Was du nicht willst, das man dir tu', das füg' auch keinem anderen zu. Beispiele aus Religion und Philosophie:

  • Hinduismus: Man sollte sich gegenüber anderen nicht in einer Weise benehmen, die für einen selbst unangenehm ist; das ist das Wesen der Moral. – Mahabharata (Geschichte Großindiens) XIII, 114.8
  • Jainismus: Gleichgültig gegenüber weltlichen Dingen sollte der Mensch wandeln und alle Geschöpfe in der Welt behandeln, wie er selbst behandelt sein möchte. – Sutrakritanga 1,11,33
  • Konfuzianismus: Was Du selbst nicht wünschst, das tue auch nicht anderen Menschen an. – Konfuzius, Lunyu (Die Analekten des Konfuzius) 15,23
  • Buddhismus: Ein Zustand, der nicht angenehm oder erfreulich für mich ist, soll es auch nicht für ihn sein; und ein Zustand, der nicht angenehm oder erfreulich für mich ist, wie kann ich ihn einem anderen zumuten? – Samyutta-Nikaya (Reden Buddhas) V, 353.35-354.2
  • Judentum: Tue nicht anderen, was Du nicht willst, dass sie Dir tun. – Rabbi Hillel, Sabbat 3a
  • Christentum: Alles was Ihr wollt, dass Euch die Menschen tun, das tut auch Ihr ihnen ebenso. – Neues Testament, Matthäus 7,12; Lukas 6,31 bzw. Liebe Deinen Nächsten wie Dich selber., Levitikus 19,18 AT, Lukas 10,27, Matthäus 19,19, Matthäus 22, 39, Römer 13,9, Galather 5,14
  • Islam: Keiner von Euch ist ein Gläubiger, solange er nicht seinem Bruder wünscht, was er sich selber wünscht. – An-Nawawi, Kitab Al-Arba'in (Vierzig Hadithe), 13
  • Taoismus: Denen, die gut zu mir sind, bin auch ich gut, und denen, die nicht zu mir gut sind, bin ich dennoch gut.
  • Kant, I. : Handele nach einer Maxime, die zugleich als allgemeines Gesetz gelten kann.
  • Walsch, N.D.: Wenn Du wissen willst, was gut oder schlecht für die Menschheit ist, dann stelle Dir die Frage: Was würde passieren, wenn es alle täten?

(In Teilen von Weltethikkonferenz, Karl Saller, www.wikipedia.org)

Ich versuche Ethik auch so zu verstehen: Man kann sich einfach fragen: Was hätten Jesus, Buddha oder Mohamed dazu gesagt?
(Ein Politiker ist mir als Vorbild nicht eingefallen) Z.B. zur Inquisition, zum Ablass, zur Strichliste für Anwesenheit im Gottesdienst, zu Kriegen, zu materiellem Reichtum ...

GemäldeBild, das wir in der UN in New York sahen:

DO UNTO OTHERS AS YOU WOULD HAVE THEM DO UNTO YOU

= Verhalte Dich gegenüber anderen wie Du erwartest, dass sie Dich behandeln

Das entspricht der Goldenen Regel aus der Bergpredigt von Jesus:

Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt werden wollt.

 


Diese Aussage hat etwas sehr Positives, aber auch einen oft nicht beachteten Nachteil: Sie kann dazu führen, dass man dem anderen etwas tut, was der gar nicht will. Wenn ich jemanden behandele, so wie ich selbst von ihm behandelt werden will, bedeutet dies:

  1. Ich weiß, wie ich behandelt werden will.
  2. Das projiziere ich auf den anderen: Ich weiß, wie er behandelt werden will.
  3. Vielleicht will der andere aber gar nicht so behandelt werden wie ich, sondern nach seinen Bedürfnissen, die nicht mit meinen übereinstimmen müssen.
  4. Der Satz beinhaltet auch meine Erwartung gegenüber dem anderen, wie ich von ihm behandelt werden möchte.

Die Goldene Regel bezieht sich bei dieser Interpretation also ausschließlich auf mich, auf meine Bedürfnisse und meine Erwartungen. Vielleicht ist sie nur unglücklich formuliert? Die Intension dieser Regel kann ich mir so vorstellen: Versetze Dich in die Lage des anderen, empfinde wie er (Mitgefühl). Dann handele in seinem Sinne, wenn er es wünscht und es keinem schadet.

Ähnliches gilt für das Gebot: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Es ist eine Aufforderung zur Liebe gegenüber mir und anderen zur Absicherung einer Moral. Wertfreier wäre: Achte deinen Nächsten, auch wenn du ihn nicht liebst und er dich nicht liebt. Oder besser:

Alles, was ich tue, tue ich für mich selbst.
Das ist wahr, da ich und alle anderen eins sind.
Was ich für einen anderen tue, tue ich somit auch für mich.
Was für einen anderen gut ist, ist gut für mich.

Nach Freud ist dieses Gebot "ein ausgezeichnetes Beispiel für das unphysiologische Vorgehen des Kultur-Über-Ichs" und hervorragend geeignet, die darin verleugnete Aggressionsneigung des Menschen aufzudecken. Freud sieht in der gesellschaftlichen Moral den Gegenspieler zu den Triebbedürfnissen insbesondere Sexualität und Aggressivität. Schuldgefühle werden erzeugt und die Triebe müssen unterdrückt, verdrängt werden. Je höher eine Kultur entwickelt ist, desto mehr begünstigt sie Aggressionspotenzial und Schuldgefühle, somit: je höher die Kultur, desto geringer das Glückempfinden. "Die Schicksalsfrage der Menschheit scheint mir zu sein, ob und in welchem Maße es ihrer Kulturentwicklung gelingen wird, der Zerstörung des Zusammenlebens durch den menschlichen Aggressions- und Selbstvernichtungstrieb Herr zu werden." Freud unterzog alle Religionen einer schonungslosen Kritik und sieht darin den symbolischen Ausdruck eines Vaterkomplexes, eine menschliche Zwangsneurose. Nach solchen Analysen kann ich nicht glauben, dass Freud spirituell erfahren war. Hat er die Dreieinigkeit verstanden?

Vater Sohn Heiliger Geist
Wissen Erfahren Seien
Geist Körper Seele
Gedanken Wort Handlung
Energie Materie Äther/Antimaterie
Überbewusstsein Bewusstsein Unterbewusstsein
Charlie Chaplin

Charlie Chaplin
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Als ich mich selbst zu lieben begann …

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und das alles, was geschieht, richtig ist –-
von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man "VERTRAUEN“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man "AUTHENTISCH SEIN“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.
Heute weiß ich: Das nennt man "REIFE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.
Heute weiß ich: Das nennt man "EHRLICHKEIT“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und vor allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das "Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich: Das ist "SELBSTLIEBE“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,
so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: Das nennt man "DEMUT“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag und nenne es "BEWUSSTHEIT“.

Als ich mich selbst zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken
armselig und krank machen kann.
Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,
bekam der Verstand einen wichtigen Partner.
Diese Verbindung nenne ich heute "HERZENSWEISHEIT“.

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen, Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander
und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: "DAS IST DAS LEBEN“!

Charlie Chaplin
an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959

Ethik hat ein Bewertungsproblem. Wer so denkt, teilt die Welt in gut und böse ein, einen Teil, den er achtet und einen, den er ächtet. Jede Bewertung ist grundsätzlich problematisch. Jeder glaubt bei allem, was er tut, richtig zu handeln. Du hältst Bestrebungen und Wünsche anderer für falsch. Aber sie halten sie nicht für falsch. Du magst mit ihrer Wertvorstellung, ihrer ethischen und theologischen Auffassung und mit ihren Handlungen nicht einverstanden sein … aber sie sind es aufgrund ihrer Wertvorstellungen. Du nennst ihre Wertvorstellungen "falsch“, aber wer sagt, dass Deine "richtig“ sind? Nur Du. Selbst das würde noch einen gewissen Sinn ergeben, wenn wir dann dazu stehen würden, aber wir, wir selber, ändern ständig unsere Meinung über das, was wir als "richtig“ und "falsch“ ansehen. Das tun wir als Individuen und auch als Gesellschaft. Was vor einigen Jahren als "richtig“ angesehen wurde, ist heute "falsch“. Wer kann sagen, was was ist? Diese Auffassung schränkt ein und verhindert Entwicklung und Evolution (nach N.D. Walsch). Andererseits braucht eine Gesellschaft Werte, um ihre Existenz in Frieden zu sichern, nur können diese nicht in Gesetzen vorgeschrieben werden. Notwendig ist ein Bewusstseinswandel jedes Einzelnen, möglichst viel Gutes zu tun.

Das ist ein Kernpunkt aller Religionen, die insgesamt viele Übereinstimmungen haben. Eine Sonderrolle spielt der Buddhismus, da er mehr eine Philosophie als eine Religion ist und auf eine wissenschaftliche Weise unser Denken zur Ethik schulen will.

Der Kategorische Imperativ

Kant, als vielleicht der wichtigste Philosoph unseres Kulturkreises, hat eine andere Vorstellung von Ethik. Seine Ethik erhebt er zur Moral mit Sittengesetzen die unabhängig von Erfahrungen, allgemein gültig sind unabhängig von Kultur, Religion, Raum oder Zeit. Die Handlung nach diesen Gesetzen fordert er als Pflicht und nennt dies den Kategorischen Imperativ.

Zunächst untersucht er dazu die Wahrnehmungsmöglichkeiten der Sinnesorgane. Zu welchen Erkenntnissen kann der Mensch mit seinen (beschränkten) Mitteln gelangen? Das philosophische Denken wird durch die Vernunft untersucht (= Untersuchung = Prüfung = Kritik).

Durch Untersuchung des Denkens werden dann Kategorien gefunden. Gemeint ist ein durch Denken gefundenes Urteil, welches zur Erkenntnis führt. Die Vernunft bewegt sich nun in einer Welt jenseits unserer Welt der Erfahrungen und sucht das Absolute, das Wesen der Wirklichkeit.

Es gibt also 2 Welten, die unsere Heimat sind:

  1. die Natur
  2. eine gedachte Welt, in der Freiheit und Sittlichkeit möglich sind

"Rein" nennt Kant eine Erkenntnis dann, wenn sie nicht auf Empirie beruht - sie besteht a priori. A priori = von vornherein, also unabhängig von Erfahrungen oder Neigungen.

Der Wille muss durch die Vernunft genötigt werden zum Gebot = Imperativ. Wenn die Nötigung bedingungslos gilt, dann hat sie kategorischen Charakter.

Der "gute Wille" ist die Motivation für eine gute Handlung, egal, was dabei heraus kommt (Gesinnungs-Ethik) und einen Schritt noch weiter nach der Maxime, nach der er beschlossen wurde. Der moralische Wert liegt alleine in der Maxime meines Handelns. Eine Maxime ist eine Regel, nach der ich mir überlegt habe grundsätzlich handeln zu wollen, eine Art Lebensentwurf. Hierin, und in vielen anderen Hinsichten, ist Kant konform mit dem Buddhismus, der ihm wohl nicht bekannt war. Die ehrliche, überlegte Motivation vor einer Handlung ist also das Wesentliche - egal wie das Ergebnis der Handlung aussieht.

Die ehrliche, gut überlegte Motivation nenn Kant den "guten Willen". Wann ist ein "guter Wille" gut? Wenn er alleine durch die moralische Pflicht bestimmt wird.

Kant definiert: "Pflicht ist die Notwendigkeit einer Handlung aus Achtung fürs Gesetz". Die Vernunft ermöglicht uns, das Sittengesetz zu erkennen. Eine Handlung aus Pflicht ist also eine Handlung aus Achtung vor dem Gesetz.

Nichts ist gut außer dem "guten Willen", er ist gut, wenn dahinter die Achtung für das Sittengesetz steht. Dieses gibt es in der Natur nicht, aber in einer imaginären Welt die darüber hinaus geht.

So kommt Kant zum Kategorischen Imperativ den er in 5 ähnlichen Aussagen formuliert. Hier die wesentliche Formulierung:
"Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde."

Zusammenfassung der Moral-Philosophie Kants in 4 Schritten:

  1. Neben unserer sichtbaren Welt gibt es eine zweite Welt, die darüber hinausgeht. Hier herrscht die Grundidee der Freiheit. Hier gibt es Gesetze, was richtig und was falsch ist (Moral) unabhängig von Religionen oder Gott.
  2. Was richtig oder falsch ist beantwortet die Vernunft, sie übersteigt die Natur und die Sinne. Beschrieben wird dies in der Kritik der reinen Vernunft (= Untersuchendes Denken mittels Vernunft unabhängig von eigenen Erfahrungen).
    Anschließend erzeugt die Vernunft die Moral, die den Willen des Menschen bestimmen soll. Diese Willensbestimmung muss frei von Erfahrungen oder Neigungen sein - a priori.
  3. Die Vernunft kommt nun zu der Frage:
    Was ist das Gute an sich?
    Antwort: Ausschließlich "der gute Wille" selbst.
  4. Quintessenz: Ich denke eine beabsichtigte Handlung und formuliere/handle so, dass sie als allgemeines Gesetz für alle gelten kann = Kategorischer Imperativ (= durch Denken gewonnene Erkenntnis, die zum allgemein gültigen Gesetz wird).

(Viele Anregungen hierzu aus "Kant für Anfänger. Der kategorische Imperativ" von Ralf Ludwig 1995.)

Ethik und Religion

Ethik beschreibt also die Grundsätze, nach denen Menschen mit einander Leben wollen/sollen. Ihr Untersuchungsinstrument ist die Vernunft.

Wozu dann noch Religion? Religionen befassen sich darüber hinaus mit dem Transzendenten, dem Spirituellen. Sie machen eine Aussage über ein Leben nach dem Tod und will dem Leben einen Sinn geben. Ihr Untersuchungsinstrument ist der Glauben, meist der Glauben an einen Gott.

"Ethik ist wichtiger als Religion" verkündet der Dalai Lama in seinem Buch "Der Apell des Dalai Lama an die Welt" (2015).

Ich sehe in dieser Aussage die Frustration, dass Religionen für das Machtstreben der Menschen missbraucht wurden. Nicht die Religionen an sich haben versagt, sondern der Mensch mit mangelnder Ethik und Toleranz. Nach einem Jahrhundert mit den verlustreichsten Kriegen (auch "Glaubenskriegen") aller Zeiten und größten Umweltschäden ist dringlich ein Weltethos gefragt. Wenn diese ethischen Grundsätze von allen Menschen akzeptiert und angewandt werden und dann die notwendige Toleranz erwächst, dann ist eine bessere Zeit für Religion.

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