8.1 Exkurs: Begriff Gott

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Anselm con Canterbury

Anselm con Canterbury
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Gottesbeweis nach Anselm von Canterbury 1033, der lange Zeit für die Kirche Bestand hatte:

Gott ist unendlich groß, über das hinaus nichts Größeres gedacht werden kann. Wenn es zur Vorstellung von Gott gehört, dass er alle Eigenschaften der Großartigkeit besitzt, dann gehört es auch zu diesen Eigenschaften, dass er existiert. Würde er nicht existieren, so würde es ihm zumindest an einer Eigenschaft mangeln, nämlich an der, zu sein – und dann wäre es nicht Gott. Etwas, über das hinaus nichts Größeres gedacht werden kann, muss also existieren, denn sonst ist diese Vorstellung widersinnig. Folglich lässt sich schließen: Es gibt Gott!

 

Gletscher

Gletscher Südost-Island
Reise Sommer 2007

 

Zitiert nach Halldor Laxness, "Am Gletscher":

[…] musste er sich auch mit Althochdeutsch befassen. Da stellte es sich heraus, dass das Wort "Gott" in den germanischen Sprachen ursprünglich überhaupt kein Name von irgendetwas war. Es ist nicht einmal ein Substantiv. Es ist ein Partizip des Präteritums eines Verbs, das "adorare“ bedeutet, und mit der Zeit wurde es ein Verbalsubstantiv: Gott ist das, was verehrt wird, das Angebetete. In einem althochdeutschen Gedicht heißt es sogar von Gott: "Er ist der mildeste Mensch". Wir Germanen haben also nicht den Gottesbegriff selbst, wissen gar nicht, was das ist. […] Wer einen Berg verehrt, wie es unzählige Völker getan haben, dessen Gott ist der Berg; der Stein, wenn du einen Stein anbetest […]

Die berühmte Wette von B. Pascal zur Frage, ob es Gott gibt: "Angenommen es sei sicher, dass es Gott gibt oder ihn nicht gibt, und dass es keinen Mittelweg gibt. Für welche Seite werden wir uns entscheiden? … Lassen Sie uns ein Spiel spielen, bei dem es zu einer Entscheidung für ‚Kopf oder Zahl‘ kommt. Mit Vernunft können wir weder das eine noch das andere versichern; mit Vernunft können wir weder das eine noch das andere ausschließen. Verfallen Sie also nicht dem Irrtum, dass hierbei eine richtige Wahl getroffen werden könnte, denn Sie wissen nicht, ob Sie falsch liegen oder schlecht gewählt haben … Sowohl wer sich für ‚Kopf‘ entscheidet, als auch wer sich für ‚Zahl‘ entscheidet, beide liegen falsch: Die Wahrheit kann nicht durch eine Wette entschieden werden, aber es muss gewettet werden. Es gibt keine Freiwilligkeit, Sie müssen sich darauf einlassen. Wenn Sie nicht wetten, dass es Gott gibt, müssen Sie wetten, dass es ihn nicht gibt. Wofür entscheiden Sie sich? Wägen wir den Verlust dafür ab, dass Sie sich dafür entschieden haben, dass es Gott gibt: Wenn Sie gewinnen, gewinnen Sie alles, wenn Sie verlieren, verlieren Sie nichts. Setzen Sie also ohne zu zögern darauf, dass es ihn gibt.“

Angesichts solcher Versuche sollte man sich nicht nur kein Bild, sondern auch keine Definition Gottes machen. Für mich ist Gott Alles-was-ist.

Weitere Definitionen von Begriffen in diesem Zusammenhang:

Transzendenz
Wörtlich: Das Überschreiten. Das Jenseitige (im Gegensatz zum Diesseitigen = Immanenz), das Übersinnliche, teils synonym zu Gott benutzt.

Spiritualität
Eine geistig orientierte Lebensform. Ursprünglich ist christliche Geistigkeit gemeint im Gegensatz zum Materialismus.

Spiritismus
Spiritus = Geist. Lehre mit zwei Grundsätzen:
1. Die menschliche Seele lebt nach dem Tod im Jenseits weiter.
2. Durch Medien kann Kontakt zu Verstorbenen im Jenseits aufgenommen werden.
Beinhaltet parapsychologische Phänomene, die weder verifiziert, noch falsifiziert werden können. Beispiele: Geistheilung, Wiedergeburt, Channeling = Kontaktaufnahme mit dem Jenseits.

Esoterik
Wörtlich: Innerlich. Es gibt zwei Bedeutungen:
1. Okkulte Praktiken.
2. Ìnnerer Weg zu spiritueller Erfahrung.

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