4.3. Logik

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Fast alle Philosophen haben sich Gedanken über den Sinn des Lebens gemacht und sind zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Extrem äußert sich Nietzsche. Hatte Kant noch versucht die Metaphysik mit einzubeziehen und die Vernunft als Maxime zu sehen, so haben wir in Nietzsche einen Skeptiker, der nichts mehr gelten lässt. Er begründet den "Nihilismus", der Sinnlosigkeit der Philosophie aufzeigen soll, mit seinen Aussagen:

  1. Es ist nichts mit Wahrheit.
  2. Es ist nichts mit der Moral.
  3. Es ist nichts mit der Religion.

Schauen wir auf die Grundlagen der Philosophie, um ihre unterschiedlichen Überlegungen zu verstehen. Philosophie (aus dem Griechischen übersetzt: Liebe zur Weisheit) entsteht aus Gedanken. Unser Denkvermögen ist begrenzt. Unser Bewusstsein basiert nach abendländischer Tradition auf Logik. Entscheidungsebenen unseres Bewusstseins können auch Intuition oder Gefühle/Emotionen sein, wie dies in den fernöstlichen Philosophien gepflegt wird. Bei uns hat das Prinzip der Logik hohe Priorität. Wittgenstein sagt sogar: "Wir können nichts Unlogisches denken". Seit der Antike ist die Logik jedoch erschüttert durch das Lügenparadoxon (Lügen-Selbstwiderspruch). Es lautet:

Alle Kreter sind Lügner. Ich bin Kreter. (Epimenides, griechischer Seher ca. 700 v.Chr). Oder auf das Wesentliche reduziert: Ich lüge.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Ich bin ein Lügner. Ich lüge also und sage nicht die Wahrheit. Wenn ich hier aber nicht die Wahrheit sage, dann ist die objektive Aussage: Ich lüge nicht.
  2. Ich bin kein Lügner. Ich sage also die Wahrheit. Dann ist die Aussage: Ich lüge.

Also haben wir in keinem Fall eine Aussage, da man nie weiß, ob man einen Lügner vor sich hat oder nicht. Der Satz selbst sagt beides.Gödel hat es 1931, als er 24 Jahre alt war, auf die Spitze getrieben und das Lügenparadoxon erweitert:
Ich bin nicht beweisbar.

  • a. Stimmt: Nicht beweisbar (ich bin nicht beweisbar obwohl ich bin).
  • b. Stimmt nicht: Beweisbar (ich bin beweisbar obwohl ich dies laut Aussage nicht bin). Dann ist das der Beweis dafür, dass man etwas bewiesen hat, was – laut Aussage – nicht beweisbar ist.

Die Aussage ist nur dann wahr, wenn sie nicht bewiesen werden kann (a). Das zerstört den Glauben an beweisbare angebliche Tatsachen sowie den Glauben an Logik und alles, was sich auf Logik beruft, hierzu zählen Natur- und Geisteswissenschaften. Allgemein lässt sich nach diesen Erkenntnissen formulieren: Es gibt Aussagen, die nicht beweisbar sind.

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