2. Zeit - Meine Kosmologie

Übersicht     zurück     

Eine sehr gewagte eigene Hypothese vom Entstehen und Vergehen des Kosmos mit Divergenz und Konvergenz von allem ohne Notwendigkeit der Zeit:

Die Beschäftigung mit der Zeit lässt mich den Kosmos besser verstehen. In der Physik ist die Zeit ein nicht erforderliches Maß für relative Bewegung im Raum und so kommt die höhere Physik auch ganz ohne sie aus.
Physisch sehe ich die Zeit als Ortsbestimmung im Raum, die vielleicht in höheren Geisteszuständen frei angewählt werden kann.

Vom Geist aus betrachtet ist Zeit etwas subjektiv Fühlbares.
Für mich ist sie Gegenwart mit Reflexion auf andere Momente. Wir empfinden einen Zeitfluss, den wir bei genauer Betrachtung als Illusion erkennen. Trotzdem bleibt eine „reale Zeit“ für unsere begrenzten Sinne eine Alltagserfahrung. Das hat nichts Befremdliches, wir leben ja auch mit mehreren Wahrheiten, wie dem Welle-Teilchen-Dualismus, vielen Meinungen…..in vielen Widersprüchen.

Kosmologie

Am Anfang steht eine Singularität, in der alle materielle und alle geistige Energie enthalten ist, das Alles was ist, was einige Gott nennen. Nach dem Urknall entsteht Relativität und auch die Spaltung von Geist und Materie - mit fließenden Übergängen. Die Dichte der Materie und auch der geistigen Bestandteile wird zunehmend geringer. Diese Abfolge sahen wir früher als Zeit an, dann als Raumzeit und heute als Bewegung im Raum auch ohne Zeit.

Leben entsteht durch Koppelung von Materie (Körper) und Geist (Geisteskontinuum) aus der kollektiven Einheit von allem was ist, was wir Geburt nennen. Im Traum und medial kann diese Kopplung passager aufgehoben werden, im Tod endgültig. Der Körper zerfällt und vom Geist bleibt eine individuelle Essenz übrig, die vielleicht in einem neuen Körper wiedergeboren wird zur weiteren geistigen Entwicklung.

Leben ist also eine vorübergehende Kopplung von Geist und Materie, wie sie sonst nur in einer Singularität vorkommt. Wenige kleine Teile einer ursprünglichen Singularität kommen in einem Leben (wieder) zusammen, um in 3-Sekunden-Gegenwart-Jetzts Erfahrungen zu sammeln. Wenn Singularität Gott entspricht, dann will Gott sich in millionenfachen Minifraktionen in uns erfahren.

Durch das Auseinanderdriften der Materie expandiert das Universum und wird sich anschließend wieder in eine Singularität zurück stürzen. Danach wird es den nächsten Urknall geben. So pulsiert das Universum kontinuierlich. Vermutlich gibt es viele Universen, also auch viele Singularitäten. Aber keine Angst, uns wird nichts „passieren“. Unsere geistige Essenz mit allen von uns gesammelten Erfahrungen bleibt ewig erhalten im nicht-materiellen, im formlosen Bereich unabhängig von Raum, Ort und Zeit - , fixiert im Moment der Singularität und partiell in Leben.

Was machen wir nun praktisch mit dem ganzen Zeitsalat?

Nichts! Wir entfernen die Zeit aus unseren Gleichungen und die Physik kann sich weiter entwickeln. Wir lassen die Zeit einfach draußen.

Für mich ist entscheidend was ich in mir fühle aus geistiger Tiefe. Die Zeit erkenne ich als Konstruktion meines Verstandes, der das „draußen“ versucht zu verstehen. Rücke ich vom Verstand ab, bin also ver-rückt, bekomme ich eine weitere Sicht. So lebe ich in zwei „Zeiten“. Einmal in der Zeit, die wir alle meinen real zu erleben, die uns nützlich sagt wann der Zug abfährt und wann ich aufstehen will. Und ich lebe in einer zweiten Zeit, der Plattform meines Bewusstseins in einer Aneinanderreihung von Jetzts. Wir können diese Jetzts nutzen, um mit allen anderen Erfahrungen zusammen zu tragen für eine Entwicklung hin zu Glück (Wohlbefinden) mit und für alle in Liebe.

Das Bestreben nur im Jetzt zu leben ohne Grübeln über Vergangenheit und ohne Wünsche/Sorgen auf die Zukunft erscheint erstrebenswert. Menschen, die krankheitsbedingt dauerhaft in diesem Zustand sind, sind jedoch orientierungslos und unglücklich (z.B. Clive Wearing als Betroffener oder der Film Memento).

Mir erscheint ein Leben im Jetzt sehr attraktiv. Bei genauer Betrachtung meint das jedoch die Konzentration auf den Moment ohne Reflexion der Vergangenheit und ohne Erwatungen auf die Zukunft.

Diese, für mich, wesentliche Zeit spüre ich durch Achtsamkeit in Konzentration auf das Jetzt. Das mache ich gerne früh morgens für 15 Minuten in Stille, um den Körper über die Atmung bewusst wahr zu nehmen und meinen Geist zu beruhigen. Damit sensibilisiere ich meine 3-Sekunden-Bewusstseinseinheiten. Es sind die einzigen Momente in denen ich wahrnehmen und handeln kann, also empfangen und senden kann. Diese Momente sind mein Leben. Todgeweihten fällt diese Empfindung leichter. Für sie gibt es keine Zukunft und die Vergangenheit spielt keine Rolle mehr, sie leben bewusst im Jetzt.


Meine Mutter fand hierzu einmal eine Geschichte:

Ein weiser Mann

Ein weiser Mann wurde einmal gefragt, wie er immer so ruhig und glücklich sein könne. Da sagte der Mann:
“Wenn ich sitze, dann sitze ich,
wenn ich stehe, dann stehe ich,
wenn ich gehe, dann gehe ich,
wenn ich esse, dann esse ich,
wenn ich liebe, dann liebe ich …”
„Aber das tun wir doch auch. Was machst Du darüber hinaus?”
Der Mann antwortete nur:
“Wenn ich sitze, dann sitze ich,
wenn ich stehe, dann stehe ich,
wenn ich gehe, dann gehe ich, wenn ich … ”
Wieder sagten die Leute: “Das tun wir genauso!”
Da entgegnete ihnen der Mann: “Nein!
Wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon,
wenn ihr steht, dann lauft ihr schon,
wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel.”

(Quelle unbekannt)


Übersicht     zurück