2. Zeit - Es gibt nur Gegenwart

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Gibt es einen wirklichen – in uns wirkenden – Unterschied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft? Schauen wir auf eine Abfolge in der Natur:

  1. Baum wächst und bekommt
  2. Blüte
  3. Frucht
  4. Frucht fällt zu Boden und es entsteht ein neuer Baum

Für unseren primär betrachteten Baum wiederholt sich dieser Zyklus. Was ist jetzt für mich Vergangenheit? Die Blüte die ich sehe? Die Frucht, die ich esse? Was ist dann Zukunft? Frucht? Blüte? Nach meinen Sinnen kann ich es nicht entscheiden, was primär am Anfang war. Eines bedingt das andere, eine für uns undurchschaubare kausale Kette. Wie mit Henne und Ei.

Das Ganze steht noch in einem nächst höheren Zusammenhang. „Stirbt“ der Baum, dann vermodert er und aus ihm entsteht neues Leben, vielleicht wieder ein Baum. So bedingt er sich selbst.
Die physische Ausprägung, die jeweils neue Materie einer Frucht, einer Blüte oder des gesamten Baumes ändert sich zwar und kann so in einem zeitlichen Ablauf gesehen werden, aber der eigentliche energetische Inhalt (unter dem materiellen Kleid) ist gleich und speist sich stets aus „Allem was ist“.

Wissenschaftlich ausgedrückt: Ein Baum besteht aus vielen Atomen, diese werden ständig mit der Umgebung (Allem was ist) ausgetauscht. So geschieht es auch bei Wachstum von Blüte und Frucht. Die Atome (physische Form) ändern sich somit ständig. Die übergeordneten Erscheinungsformen: Baum, Blüte, Frucht bleiben. Hier kommen wir an die Geist-Materie-Grenze. Noch eindrucksvoller wird eine solche Betrachtung im Zyklus: Geburt, Leben, Tod.

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Hermann Hesse

 

Das erscheint für Materie schlüssig, aber wie sieht Zeit auf geistigen Ebenen aus? Gibt es geistige Kausalität überhaupt?

Dazu müssten wir wissen, wie und wo Gedanken und Gefühle entstehen. Das wissen wir zum Glück nicht – der sicherste Weg, damit diese unmanipulierbar bleiben. Kann man auch Gedanken, Ideen „einfrieren“? Ich glaube nicht, sie sind zu dynamisch, wechselhaft und unbegrenzt.

Zweifellos empfinden wir auch in geistigen Ereignissen eine gerichtete Folge. Das kann man sich an einem einfachen sprachlichen Beispiel (nach E. Pöppel) veranschaulichen mit einem 3-Wort-Satz:

Was ist Zeit?
Was Zeit ist!
Ist was Zeit?
Ist Zeit was?
Zeit ist was!
Zeit was ist?

Die zeitliche Abfolge beeinflusst den Sinn erheblich.

Signale aus der Zukunft

Der russische Astrophysiker Nikolai Kozyrev stellte eine Theorie auf, dass jedes Lebewesen, alle Materie eine Strahlung aussendet, die er Zeitwellen nannte. Sie lassen sich nicht direkt messen, jedoch mit piezoelektrischen Kristallen nachweisen.

Kozyrev schaute nun mit unterschiedlichen Teleskopen Galaxien an. Er benutzte Teleskope, die auf Gravitation reagierten, Lichtteleskope sowie piezoelektrische Kristall-Teleskope. Und er erhielt drei Signale:

  1. Vergangenheit
    Den bisherigen Normalfall: Er sah die Andromeda-Galaxie mit dem Lichtteleskop an der Stelle, an der sie standen, als von ihr aus das Licht in unsere Richtung gesandt wurde, also vor zwei Millionen Jahren.
  2. Gegenwart
    Schaute er mit einem piezoelektrischen Teleskop an den Punkt im Weltall, wo diese Galaxie in diesem Moment steht und konnte sie dort ebenfalls sehen. Zeitwellen breiten sich danach deutlich schneller aus als Licht.
  3. Zukunft
    Dann schaute er wieder mit dem piezoelektrischen Teleskop an den Punkt im All, wo die Andromeda-Galaxie in zwei Millionen Jahren stehen wird. Das Bild wurde zu 70% unscharf. Er folgerte, die Zukunft ist zum Teil determiniert, der Rest, hier 30%, ist aus der Gegenwart heraus noch offen.

Andromeda-Galaxie

Andromeda-Galaxie www.wikipedia.org

Danach ist die Zeit ein Punkt im Raum-Zeit-Kontinuum, der beliebig anwählbar ist, es kommt nur auf die Art der Beobachtung und auf den Beobachter an – so, wie es auch die Quantenphysik postuliert. Kozyrevs Untersuchungen werden nur von einem Teil der Physiker akzeptiert, wie z.B. von dem wissenschaftlich umstrittenen Biophysiker Walter Medinger. Fest steht, dass alle dynamischen Grundgesetze der Physik unabhängig vom Zeitpfeil sind.

Gott zu Donald Walsch (aus: Gespräche mit Gott, Goldmannverlag):

„Ich habe alle Dinge mit einer Energie ausgestattet, die ihr Signal in das Universum aussendet. Jede Person, jedes Tier, jede Pflanze, jeder Stein, jeder Baum – jedes physische Ding – sendet Energie aus, wie ein Radiosender.“ Diese kreuz und quer verbindenden Energien, die zwischen allem hin und her sausen bilden eine alles verbindende Matrix. Über diese Matrix erfolgt Kommunikation, hier kann Massenbewusstsein geschaffen werden.

(Nach M. Schmieke, raum&zeit 8/08; A. Hellmann, Aspekte der Zeit- und Äthertheorie Nikolais Kozyrevs, www.safeswiss.org/arbeitsgruppen/kozyrev ; W. Medinger, Vortrag Bleep-Kongress 10/07)

Nikolai Kozyrev:
„Die Zeit ist die wichtigste und rätselhafteste Eigenschaft der Natur. Das Konzept der Zeit übersteigt unsere Vorstellungen“.

Psychologische Aspekte der Zeit

Die Zeit erscheint dem Menschen als Abfolge "ungleichlanger Jetztabstände, die je nach Erlebnisinhalt und Ereignisbedeutung gedehnt oder verkürzt erscheinen (subjektives Zeitparadox: Ereignisfülle verkürzt den Eindruck der verronnenen Zeit; rückblickend aber wird der Zeitraum als gedehnt erlebt)" (dtv-Atlas z. Psych.1987, S.107) D.h. während uns bei anregenden Beschäftigungen die Zeit wie im Flug vergeht, übermittelt uns das Gedächtnis nicht so sehr die "kurze" Zeitdauer, sondern den Reichtum der Erlebnisse. "Langweilige" Tage dagegen erscheinen in der Erinnerung oft zu einem Nichts zusammengeschrumpft.

Die menschliche Wahrnehmung und Einschätzung von Faktoren wie Einzelbild, Bewegung und Geschwindigkeit wird vor allem durch die Qualität des Moments bestimmt:
Der Moment ist die kleinste Zeiteinheit, die als Einzeleindruck erlebt werden kann und beträgt beim Menschen 16 bis 18 Reize pro Sekunde. Werden z. B. dem Auge mehr Bilder pro Sekunde geboten, entsteht der Eindruck einer mehr oder weniger zusammenhängenden Bewegung: Zunächst ruckartig (18 -20 Bilder), dann fließend (22 -24 Bilder). Filme werden mit 24 Bildern pro Sekunde gedreht. Schnecken haben einen Moment von 4 Reizen pro Sekunde. Aus der Sicht des Menschen muss die Schnecke die Welt also im Zeitraffer erleben.

Raubvögel sehen sogar eine Gewehrkugel fliegen, sie können ca. 100 Reize pro Sekunde verarbeiten, entspricht aus menschlicher Sicht Zeitlupe.

Unsere Zeitwahrnehmung hängt von vielen subjektiven Faktoren ab. Beispiel für kindliche Zeiteinschätzungen (nach Schenk-Danzinger,1974, S. 76):

"Wie alt bist du?" "4 1/2"
"Hast du Geschwister?" "Einen großen Bruder, er geht in die Schule."
"Ist er vor dir oder nach dir geboren?" "Vorher."
"Wer ist älter?" "Mein Bruder, weil er größer geboren wurde."
"Wie viel war dein Bruder älter, als er kleiner war?" "2 Jahre."
"Und jetzt?" "4 Jahre."
"Kann sich der Unterschied ändern?" "Nein...doch, wenn ich viel Suppe esse, überhole ich ihn." "Woher weiß man, ob jemand älter ist?" "Weil man größer ist."
"Wer ist älter, dein Vater oder dein Großvater?" "Beide gleich."
"Warum?" "Weil sie gleich groß sind."

Gibt es nach diesen Aussagen Sinn theoretisch über eine isolierte Zeit zu spekulieren?
Wir können nicht wissen, was es jenseits unseres Geistes und unserer Wahrnehmung mit Raum und Zeit auf sich hat. Logischerweise können wir darüber dann auch keine gültige Aussage treffen. Außerhalb von Wissenschaft und Erfahrung können wir im Mystischen und Spirituellen Antworten suchen.

Hierzu finden sich faszinierende Antworten in den Büchern „Gespräche mit Gott“ Band II und III (siehe auch Zusammenfassungen in Kapitel: Sinn des Lebens aus philosophischer Sicht) und „Zuhause in Gott“ von Neale Donald Walsch. Es ergeben sich hier einzigartige Erklärungen in Übereinstimmung mit der modernen Physik und eine neuartige Betrachtung von Leben und Tod:

Es gibt keine andere Zeit als die Gegenwart.

Alles, was jemals geschah, geschieht und jemals geschehen wird, geschieht jetzt. Alles, was ich je war, sein, tun oder haben werden, habe ich bereits getan. Ich tue es in diesem Augenblick. So etwas wie Zeit gibt es nicht. Der Punkt ist, alles geschieht gleichzeitig.

Zeit ist ein Kontinuum. Sie ist ein Element der Relativität, und zwar in der Vertikalen, nicht in der Horizontalen.
Zeit bewegt sich hinauf und herunter. Stell dir eine Spindel vor, die den ewigen Moment des Jetzt darstellt. Stell dir nun Papierblätter auf der Spindel vor, eines über dem anderen. Dies sind die Elemente der Zeit von allem was sein wird und je war. Jedes Element ist verschieden, alle existieren simultan mit allen anderen. Auf jedem Blatt Papier sind die drei Bewusstseinsebenen: Unbewusst, bewusst, überbewusst (Dreieinigkeit) repräsentiert. Es gibt nur einen Moment – diesen Moment – den ewigen Moment des Jetzt. Das Jetzt ist unendlich und wenn wir es durchlaufen haben wir das Gefühl „die Zeit läuft“.

Zeitelemente

Im Jetzt geschieht alles. Es gibt keinen Anfang und kein Ende, es IST einfach. In diesem SEIN kann ich innerhalb meines Bewusstseins in jede „Zeit“ und an jeden „Ort“ reisen, wie ich will.
Zeitreisen sind möglich und wir alle haben dies auch schon getan, routinemäßig im Traum, ohne dass es uns bewusst ist. Manchmal sehen wir Restbestände daraus und meinen schon einmal an diesem Ort gewesen zu sein, ein Deja vu, oder die herrliche Empfindung einen Menschen zu treffen mit dem Gefühl ihn schon ein ganzes Leben lang zu kennen, endlich nach Hause zu kommen. Das Gefühl diese Seele schon immer und ewig zu kennen. Immer und ewig sind eine Sache von gerade jetzt.

„So hast du also oft von deinem Blatt Papier aus auf der Spindel nach oben und nach unten geschaut und all die anderen Papierblätter gesehen! Und du hast dich selbst dort gesehen – weil sich ein Teil von dir auf jedem Blatt befindet! Du bist immer gewesen, bist jetzt und wirst immer sein. Es gab nie eine Zeit, in der du nicht warst – und es wird auch nie eine solche Zeit geben.“

Älter und jünger sind unterschiedliche Bewusstseinsstufen einer Seele oder haben mit einem Aspekt des Seins zu tun. Jeder birgt das Bewusstsein vom Ganzen in sich.

Eine zweite Metapher aus holographischem Blickwinkel:

Man kann sich die Speicherung aller Ereignisse auf einer CD vorstellen. Alle Endresultate bestehen bereits. Ich wähle eine Szene, welche ich möchte und so oft wie ich möchte, mache ich die Erfahrungen, die ich möchte. Das worauf ich meine Aufmerksamkeit richte, das ziehe ich an. Wenn Viele ihre Aufmerksamkeit auf etwas richten, dann können Sie ein Ereignis anziehen/bewirken (siehe 3.1 Wie entsteht eine Handlung, dort: Mentale Senkung von Kriminalität). Spiele das Spiel und feiere das Leben! Es gibt keine Zeit, nur das Jetzt und es gibt keinen Raum, nur das Hier.

Wir bewegen uns, nicht die Zeit. Die Zeit hat keine Bewegung. Es gibt nur den einen Moment. Die Zeit ist ein Feld, durch das wir uns bewegen, das beweist die Relativitätstheorie mathematisch. Wir haben die „Zeit“ eingeteilt in Tage = Zeit, die die Erde braucht, um sich um die eigene Achse zu drehen. Weiter eingeteilt in Jahre = Zeit, die die Erde braucht um einmal um die Sonne zu fliegen und sich dabei 365mal dreht und das macht sie in 12 Mondphasen = 12 Monate. Diese Berechnungen sind nur eine Methode, um Bewegung durch den Raum zu messen.

Die Zeit vergeht nicht, sondern Objekte bewegen sich durch und in einem statischen Feld, das wir Raum nennen. Die „Zeit“ ist einfach nur eine Methode, um Bewegung zu berechnen. „Zeit“ ist das, was, was sie in Relation zum Raum ist, der zwischen Objekten existiert. Übrigens, da sich das Universum ausdehnt, braucht die Erde heute für die Umkreisung der Sonne „länger“ als vor einer Milliarde Jahren. Sie muss mehr Raum durchfliegen. Die Jahre werden immer länger.

Fliegt man mit sehr hoher Geschwindigkeit durch den Weltraum und kommt zur Erde zurück, ist man jünger als die auf der Erde Verbliebenen. Erhöht man die Geschwindigkeit noch mehr und stößt auf eine Subraumspalte, wie Einstein sie richtig nannte, dann wird man in die „Zeit“ zurückgeschleudert. Materie ist derzeit für uns hinsichtlich seiner Geschwindigkeit einer Beschränkung unterworfen, Gedanken und Seele nicht. So geschieht es in Träumen und medialen Erlebnissen.

Du bist zu mehr als einer Erfahrung auf einmal fähig und im Stande dein Selbst in so viele Selbst zu unterteilen, wie dir beliebt. Du kannst das gleiche Leben immer und immer wieder leben, auf verschiedene Weise. Während du im Hier und Jetzt bist, kannst du auch andere „Selbste“ in anderen „Zeiten“ und anderen „Orten“ sein – und warst es auch. Du lebst deine verschiedenen Leben nicht nacheinander, sondern, da es die „Zeit“ nicht gibt, alle auf einmal. Du lebst also alle Momente deines „jetzigen“ Lebens jetzt in diesem Moment und alle Momente deiner „früheren“ und „zukünftigen“ Leben ebenfalls im ewigen Moment des JETZT - nur auf verschiedenen Ebenen.

Erinnerungen beziehen wir auf Erlebnisse der Vergangenheit. Hattest Du schon einmal eine Vorahnung? Das ist Gewahrwerden von etwas, das Du gerade in Deiner „Zukunft“ erlebt hast und was dir sagt, lass` es lieber, das hat keinen Spaß gemacht.
Jede Seele (Selbst) existiert milliardenfach als unterschiedliche Personen in unterschiedlichen Leben gleichzeitig an Milliarden Punkten im Raum-Zeit-Kontinuum im ewigen Moment des Jetzt. Es gibt aber nur eine Seele, wir sind alle eines, das Bewusstsein ist nur auf gespalten. Gott hat sich selbst in viele Stücke geteilt.

Hier die für mich eindrucksvollste Analogie zu Raum, Zeit, Geist, Materie, Leben und Tod: Stelle dir einen Apfel vor. Nenne ihn „Zeit“ und das Apfelinnere „Raum“.

Jetzt stelle dir vor, dass du eine unendlich kleine Mikrobe bist und dich durch einen Tunnel darin bewegst. Die „Tunnel“ sind die Korridore der Zeit. Längs der Korridore befinden sich Markierungen zur Orientierung. Während du dich durch diese Tunnel bewegst, vergeht nicht die „Zeit“. Du bewegst dich durch die Zeit. Die Zeit ist jetzt „an ihrem Ort“. Sie ist statisch, stabil, stationär. Sie ist immer da, genau wo sie ist. Wo immer auch du dich befinden magst, es ist immer Jetzt. Du bist auf einer Reise. Jetzt stell dir vor, dass die Mikrobe, die wir dein „Ich“ nennen, ein Teil des Apfels ist. Stell dir vor, dass du ein winziges Teilchen, ein Atom, des Apfels bist. Du würdest dich somit durch dich selbst bewegen. Und jetzt reist du vom Äußeren ins Innere des Apfels – vom alleräußersten Teil in den allerinnersten Teil des Selbst. Das ist deine Reise durchs Leben. Die Markierungen am Tunnel sagen dir, wo du bist. Diese Markierungen sind eigentlich Bilder und jedes steht für einen Moment. Du gehst durch den Tunnel und richtest deine Aufmerksamkeit auf das Bild, das du möchtest.

Schließlich gelangst du zum Zentrum des Apfels. Das war auf dem ganzen Weg Dein Ziel. Dieser Teil der Reis ist nun vorbei. Das ist der Moment, in dem du „stirbst“. Du hast dich durch die physische Welt bewegt und den Kern dieser Sphäre erreicht, die alle Zeit und allen Raum in sich birgt. Du machst dort einige Erfahrungen, die du Tod nennst. Dann tauchst du wieder daraus auf und bewegst dich in Richtung des entgegen gesetzten alleräußersten Teil des Raum-Zeit-Kontinuums – zur anderen Seite der Sphäre. Du hast es zur „anderen Seite“ geschafft. Hier ist eine andere Realität. Du bist von der physischen Welt in das spirituelle Reich übergewechselt. Der Apfel ist gleichsam eine Orange geworden. Wenn du deine „Kernprobleme“ im physischen Leben gelöst hast oder mitnehmen willst, dann gehst du in die spirituelle Welt. Wenn du meinst, deine Probleme dort noch lösen zu wollen, dann gehst du zurück in die physische Welt. Hier nimmst du wieder denselben Zeittunnel, konzentrierst dich vielleicht auf andere Bilder/Momente oder du machst wieder die gleichen Erfahrungen – du wählst. Entscheidest du dich für die spirituelle Welt, dann hast du alles an Wissen, Erfahrung und Erkenntnis, was man nur haben kann. Du hast den „Durchblick“. Bist in einem kosmischen Energiefeld unendlicher Möglichkeiten, im „Himmel“. Die „andere Seite“ ist kein Ort irgendwo im Kosmos, sie ist ein Ausdruck des Kosmos. Sie ist eine Seinswelt durch den Prozess des Selbst-Ausdrucks – welcher der Ausdruck Der Göttlichkeit Selbst im, als und durch das Selbst ist. Kurzum: Gott. Wenn du dann an der Außengrenze der spirituellen Welt, der Orange, angekommen bist und all dein Wissen so weit vorangetrieben hast, wie du im Reich des Wissens gehen kannst, dann machst du kehrt und kommst zurück in den Kern deines Seins. Hier wählst du, ob du wieder neue Erfahrungen deiner nächst größeren Vision im physischen Reich machen willst. Du gehst von der Orange wieder in den Apfel. Du wirst wieder geboren. Du bringst dein Selbst zur Geburt und lebst ein neues physisches Leben. Das nennt man Evolution.

Ziel der ganzen Reise ist es dein Selbst kennen zu lernen und zu erfahren wer du wirklich bist, bis du alles willst. Und dann kannst du, wenn du willst, wider von vorne anfangen.

Dass wir an eine Vergangenheit glauben, ist eine reine Gewohnheit.

Dalai Lama

Die Zeit geht nicht, sie steht still, Wir ziehen durch sie hin; Sie ist ein Karawanserei, Wir sind die Pilger drin.
Ein Etwas, form- und farblos, Das nur Gestalt gewinnt, Wo ihr drin auf und nieder taucht, Bis wieder ihr zerrinnt.
Es blitzt ein Tropfen Morgentau Im Strahl des Sonnenlichts – Ein Tag kann eine Perle sein Und hundert Jahre – Nichts!
Es ist ein weißes Pergament Die Zeit, und jeder schreibt Mit seinem Blut darauf, Bis ihn der Strom vertreibt.

Gottfried Keller

Jetzige Zeit und vergangene Zeit sind vielleicht gegenwärtig in künftiger Zeit, und die künftige Zeit enthalten in der vergangenen.

T.S. Eliot „Vier Quartetten“

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