11. Sinn in meinem Leben

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Für mich gibt es nicht den Sinn des Lebens und auch nicht meinen Sinn des Lebens, sondern viel Sinn in meinem Leben. Meine Aspekte habe ich versucht in diesem Aufsatz darzustellen. Die Basis sind Ethik und Altruismus. Theoretisch strebt jeder diese Ziele an.

Warum ist die Realisierung so schwierig?

  • Es liegt an unserer egoistischen Denkstruktur. Sie war früher zur Erhaltung unserer Art nützlich, um sich gegenüber Tieren und Natur zu behaupten. Jetzt brauchen wir diesen evolutionären Egoismus kaum noch und setzen ihn nun gegen unsere eigene Spezies ein, gegen unsere Mitmenschen und auch gegen uns selbst.

    Wie können wir diese veraltete Denkstruktur ändern?
    a) Wir können mittels vernünftigen Gedanken unseren Entscheidungsgedanken (= letzten Gedanken am Ende eines in uns ausdiskutierten Entscheidungsprozesses) ethischen Zielen verpflichten. Dieser vernünftige Entscheidungsgedanke ist die Grundlage altruistischen Handelns.
    b) Wir beobachten unsere Gedanken und unser Handeln insbesondere im Umgang mit unseren Mitmenschen und prüfen sie ohne Wertung auf Vernunft und Ethik. Das schult unseren Geist wiederum hin zu vernünftigem Denken.
  • Wir sind gebunden in menschlichen Grenzen. Der biologische Prozess der Wahrnehmung, unser mehr oder weniger freier Wille und unsere Kommunikationswerkzeuge der Sprache und des Körpers werden durch unendlich viele Faktoren beeinflusst. Eine allgemein gültige Stellungnahme ist uns prinzipiell in keiner Hinsicht möglich. Jeder sucht einen individuellen subjektiven Weg zum Glück durch ein unübersehbares Ganzes. Diese biologischen Grenzen können wir nicht überschreiten. Spirituelle und transzendente Methoden versuchen dies, können aber naturgemäß nur hypothetisch bleiben. Diese Grenzen mahnen uns zur Toleranz gegenüber den Wegen der Mitmenschen, die auch nur versuchen sich in diesem Ganzen zu Recht zu finden. Wir müssen uns alle als ein Ganzes begreifen, um zu erkennen, dass alle Arten von Unterscheidungen zwischen uns unsinnig und künstlich konstruiert sind. In allem scheint mir eine transzendente Kraft zu wirken, die für mich Gott ist.
  • Ethische Bestrebungen aus Religion und Politik lassen sich beliebig interpretieren und können uns dann auch falsche Wege weisen. Hier ist die eigene Vernunft die höchste zuverlässige Instanz.
  • Problem mit Gefühlen. Zustände wie Hass, Liebe, Wut usw. können in uns unkontrolliert aufsteigen. Wir können sie nicht zuverlässig in uns erzeugen und auch nicht sicher loswerden. Wir können versuchen sie über vernünftige Gedanken zu zügeln, damit nicht die Gefühle unseren Geist unkontrolliert steuern. Ich möchte meine Gefühle jedoch nicht nur von der Vernunft gesteuert haben. Was passiert, wenn die Vernunft alle Gefühle kontrolliert? Können wir dann Glück noch erfahren? Oder brauchen wir auch Unglück und negativ beeinflussende Gefühle, um Glück und positive Gefühle erleben zu können? Für aggressive Gefühle wie Rache oder Mordlust ist dies wünschenswert, um Entgleisungen wie Folter, Krieg usw. auszumerzen. Für lustvolle Gefühle wie Liebe oder Leidenschaften empfinde ich Vernunft störend. Gerade auch unvernünftige Handlungen können Lustgefühle erzeugen natürlich ohne anderen dabei zu schaden. Ich selbst habe mit Disziplin in mehreren Monaten gelernt mit Vernunft meine Gefühle zu kontrollieren. Es hat meine Gefühle nivelliert, es sind ethische Handlungen herausgekommen, aber glücklich hat es mich nicht gemacht. Besser erscheint mir Gefühle zuzulassen und sie als Information aus meinem tiefen Inneren zu erkennen. Ich versuche sie dann nicht als gut oder schlecht zu bewerten, sondern als intuitive Informationsquelle. Aus dem riesigen Schatz meines persönlichen und kollektiven Unbewussten können sie wertfrei in meine Gedanken mit eingehen als Quelle oder zusätzliche Impulse.

Mein Weg:

  • Leben im Hier und Jetzt.
    Im Denken bin ich entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Das Jetzt ist das einzige Zeitfenster, in dem ich sprechen und handeln kann. Ich mache mir keine konkrete Vorstellung von dem, was im nächsten Moment kommt, sondern schaue aufmerksam was ist und bin im Seien, in der Gegenwart. Jeden Moment und Tag lebe ich so, als wäre es mein letzter.
  • Keine Erwartungen.
    Nicht erwarten was kommen soll oder darf, sondern ansehen was kommt und offen sein für alles. Erwarten schränkt auf Bekanntes ein. Meine Erwartung gegenüber anderen setzt diese unter Druck für ein Verhalten nach meinen Bedürfnissen.
  • Sein.
    Ich sage: Ich bin. So erschaffe ich mir, was ich will. Ich bin glücklich, ich bin traurig, ich bin…So lebe ich selbst-verständlich im Seien.
  • Ich achte auf meine Gedanken.
    Meine Gedanken sind sehr mächtig, sie sind der Ausgangspunkt meiner Worte und Handlungen und bestimmen meine Persönlichkeit und letztlich mein Schicksal.
  • Keine Bewertung.
    Nichts und niemand ist gut oder schlecht. Alles und alle sind so wie sie sind und das ist so OK. Jeder und Alles was ist, ist und darf so sein. Dinge, Gefühle und Personen sind Phänomene und Botschaften - und ich frage mich: Was sagen sie mir?
  • Realität ist subjektiv.
    Jeder schafft sich seine eigene Realität und ich akzeptiere sie. Es gibt nicht die Realität.
  • Alles ist eins.
    Ich erkenne, dass alles zusammen gehört.Alles wirkt auf alles andere. Jede Trennung zwischen Lebewesen, Geist und Materie ist unnatürlich und haltlos.
  • Ich bin der Schöpfer meines Lebens.
    Ich übernehme bewusst die Verantwortung für mein Handeln. Ich bin nicht das Opfer von Handlungen anderer.
  • Liebe statt Angst.
    Jedes Gefühl kommt letztendlich aus Liebe oder Angst. Ich stelle mir die Frage: Was würde die Liebe jetzt tun? Die Liebe ist immer und überall da. Auch die Angst darf da sein, ich darf Angst haben und frage mich: Wie fühlt sich die Angst an? Was will mir die Angst sagen?
  • Kritikfähigkeit.
    Beleidigt sein ist Arroganz. Sich selbst nicht so wichtig nehmen ist wichtig. Konstruktive Kritik an mir hilft mir mehr zu werden, wie ich sein und wirken will. Andere kritisiere ich nur auf deren Bitte hin im Dialog, da ich nie wissen kann was den anderen zu seiner Meinung bringt.
  • Es gibt keine Probleme. Probleme sind Herausforderungen. Ich akzeptiere sie, beziehe sie auf mich, übernehme die Verantwortung dafür und handle für eine Lösung zum Nutzen aller
  • Mitgefühl
    = Einfühlungsvermögen = Empathie - nicht Mitleid - braucht Respekt für den anderen und die Einsicht, dass andere das gleiche Recht auf Glück haben wie ich. Mitgefühl öffnet uns eine Tür, durch die wir uns mit anderen Menschen von Herz zu Herz leicht verständigen können.
  • Freundlichkeit und Ehrlichkeit.
    Gegenüber anderen unfreundlich zu sein und zu erwarten, dass sie mir gegenüber freundlich sind ist unlogisch. Ich schaffe selbst eine positive Atmosphäre, ob die anderen sie annehmen hat mit ihren Gefühlen zu tun. Ehrlichkeit ist eine Grundvoraussetzung.
  • Geben statt nehmen. Was ich einem anderen gebe, das gebe ich meinem Selbst. Was ich gebe, wird mir gegeben werden. Das Leben ist zum Geben da, es ist ein Schöpfungsprozess.
  • Es gibt keinen Zufall. Ob es einen Plan gibt, weiß ich nicht, aber nichts geschieht ohne Bedeutung.
  • Bewusstmachung des Todes.
    Das realistische Empfinden des Todes zeigt mir, was für mich im Leben wichtig ist. Es sagt mir, dass das Leben jede Tag und jede Stunde gefeiert werden will.

Echte Herausforderungen, das in sich zu integrieren! Dieses und vieles anderes, was ich anführe, beherrsche ich nicht. Ich versuche es zu sehen und nach meinen Maximen zu handeln. Letztendlich bleiben wir alle immer Anfänger.

Für seine Gedanken, insbesondere seine Entscheidungsgedanken und damit auch für seine Handlungen ist jeder alleine verantwortlich. Unsere Gefühle unterstützen uns mit einer riesigen Menge meist unbewusster Impulse. Wenn jeder es schafft, sich selbst in den wesentlichen ethischen Fragen mit vernünftigen Gedanken zu überzeugen, dann schafft das Frieden zwischen den Menschen. Wenn dann noch Gefühle mit Gedanken und Handlungen harmonisieren, dann schafft das Liebe, Glück und Zufriedenheit.

Die Liebe ist für mich der wichtigste Faktor, auch wenn sie manchmal Wege geht, denen ich primär nicht folgen kann.

Es ist wichtig, dieses an unsere Kinder weiterzugeben. Unsere Fürsorge und Vernunft beeinflussen sie positiv. Neue Forschungen zeigen, dass man durch sein Verhalten und seine Gedanken, sein eigenen Gene und die Gene seiner Kinder aktivieren kann. So wird die Evolution friedlich fortgesetzt. So werden aus unseren vernünftigen, friedlichen Gedanken friedliche Handlungen, so wird aus friedlichen Partnerschaften und Familien eine friedliche Gesellschaft und daraus eine friedliche Weltgemeinschaft.
Diese Abhandlung ist eine Ansammlung ganz persönlicher Ansichten ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder Vollständigkeit.

Diese Abhandlung ist eine Ansammlung ganz persönlicher Ansichten ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder Vollständigkeit.

Joachim Gärtner

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