10.2 Gordon-Modell

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Ein sehr praktikables Konzept für ein besseres Miteinader hat Thomas Gordon erarbeitet. Er bezieht sich primär auf ethisches Handeln, wie dieses auch die Religionen tun. Buddhismus und Philosophie zielen primär auf eine gedankliche theoretische Auseinandersetzung ethischer Fragen mit sekundär folgendem ethischen Handeln. Dieser Prozess ist langwierig, oft verwirrend und hat die Gefahr, theoretisch zu bleiben. Den umgekehrten Ansatz hat Gordon. Er will primär unser Handeln beeinflussen und dadurch sekundär unser Denken ethisch schulen. Das ermöglicht eine praktische Anwendung für jedermann, philosophische theoretische Vorbereitungen sind nicht erforderlich. Da es bei ethischen Handlungen um zwischenmenschliche Wechselwirkungen geht, hat er seinen Ansatz folgerichtig in der Kommunikation. Durch Selbstbeobachtung in unserer Kommunikation können wir primär ethisches Handeln erreichen und sekundär unsere Denkstrukturen nach individuellem Willen anpassen.

Dr. Thomas Gordon fasst seinen ethischen Ansatz in einem Credo zusammen, was einem praktischen Leidfaden der Goldenen Regel entspricht:

Credo

Du und ich, wir stehen
in einer Beziehung
zueinander, die mir
wichtig ist, und ich
möchte, dass sie auch
für Dich wichtig ist.

Wir sind beide
Menschen mit
eigenen Bedürfnissen.
Du hast das recht, Deine
Bedürfnisse zu befriedigen, und ich habe das gleiche Recht.
Wir haben das Recht auf eigene
Wertvorstellungen und Ansichten.
Ich werde Deine Rechte respektieren,
und ich möchte, dass auch Du die
meinen achtest.

Wenn ich durch Dein Handeln
daran gehindert werde, für
meine Bedürfnisse zu sorgen,
werde ich es Dir sagen, sodass Du es ändern kannst,
wenn es Dir möglich ist.
Ich möchte, dass auch Du mir sagst,
wenn Dich mein Verhalten stört.
Ich werde Dir zuhören und
mein Verhalten ändern, wenn ich kann.

Wenn wir unser Verhalten
nicht ändern können, dann wollen wir
unseren Konflikt erkennen und ihn
zusammen lösen.
Dabei möchte ich nicht verlieren,
während Du gewinnst,
aber ich möchte auch nicht gewinnen,
wenn Du dabei verlierst.
Ich möchte, dass wir Lösungen finden,
die für uns beide annehmbar sind,
sodass wir beide gewinnen und
zufrieden sind.

Indem wir dieses Credo befolgen,
werden wir für uns selbst
und füreinander
mehr Zuneigung und Achtung empfinden,
und unsere Beziehung
wird sich vertiefen.

Ist das nicht verblüffend einfach und überzeugend? Wenn sich alle daran halten, existiert eine Welt in Liebe, Harmonie, Respekt und Verständnis; keine Angst, kein Hass, keine Kriege … und ganz unabhängig von religiöser oder politischer Ausrichtung. Diese Anregung habe ich von Gabi aus der sogen. Beziehungskonferenz nach Gordon.

Kennedy

Eigene Kollage

John F. Kennedys letzter Satz seiner Antrittsrede als amerikanischer Präsident:

"Ask not what your country can do for you. Ask what you can do for your country."

Das war eine politische Aussage für die USA.

Schöner finde ich:

Frage nicht, was andere für Dich tun können. Frage Dich, was Du zum Wohle aller tun kannst.

 

 

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